... ist offen für ornithologisch Interessierte, die den Codex der FG anerkennen und ausführen
... stellt an neu Hinzukommende keine Bedingungen zu Kenntnissen oder Mitgliedschaften
... hat Chat-Gruppen (Signal + WhatsApp) zu lokalen ornith. Themen (bei Interesse an Leitung wenden)
... gestaltet Themen-Vorträge und unternimmt Exkursionen (s.u. bzw. NABU-Programm)
... betreut Kartierungen, Wasservogelzählungen, Nisthilfeprojekte etc. ehrenamtlich
... ist vernetzt mit überregionalen ornithologischen Institutionen: u.a. Verein Thüringer Ornithologen (VTO), Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA)
... ist beratend tätig für ökologisch-avifaunistische Fragestellungen
... fertigt wissenschaftlich fundierte Expertisen und Dokumentationen an (u.a. MhB)
... dokumentiert ausgewählte Aktivitäten im Logbuch der Fachgruppe
... wird geleitet von Holger Kirschner aus Jena: [email protected]
Die Sperbergrasmücke setzt die Folge der Grasmücken fort. Der wissenschaftliche Name lautet Sylvia nisoria: Sylva (lat.) = Wald, Sylvia = Waldvöglein, nisoria = „gesperbert“ von nisus, Artname des Sperbers. Die Bezeichnung rührt offensichtlich von der gesperberten Zeichnung (quergestreift) her, die beim Weibchen etwas dezenter, beim Männchen stärker ausgeprägt zu sehen ist. Mit einem dichten Wald (Sylva) als Lebensraum hat die Sperbergrasmücke weniger zu tun. Höchstens auf Lichtungen mit jungem Bewuchs ist sie zu finden. Sie bevorzugt Waldränder, offene Kleingehölz- oder Heckenbestände, besonders buschbestandene, extensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen, Halbtrockenrasen oder Brachen. Sie mag insbesondere warme Standorte, wie z.B. den Südhang des Ettersberges bei Weimar, wo sie seit mehreren Jahren immer wieder zu finden ist.
Ab Mitte Mai etwa ist die Ankunft aus den weit entfernten Überwinterungsgebieten, die (u.a.?) in Afrika östlich des Victoria-Sees zu finden sind (Kenia, Tansania). Die Hauptzugroute der Migration führt über das äthiopische Hochland, entlang des Roten Meeres, Nildelta, weiter über die Ostküste des Mittelmeeres ins Brutgebiet, das sich übrigens von Mitteleuropa aus Richtung Osten bis etwa zum Ural, Altai-Gebirge erstreckt. Unsere hiesigen Brutgebiete stellen die westliche Verbreitungsgrenze dar.
Verbreitungsgebiet der Sperbergrasmücke - Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sperbergrasmücke
Allein am Gesang die Sperbergrasmücke zu bestimmen, ist nicht leicht: eine kurze, energetische Strophe, an Lautstärke ist ähnlich stark dem Gesang der Mönchsgrasmücke, die einzelnen Töne sind jedoch schleppender, nicht so behende. Gegenüber der Gartengrasmücke singt die Sperbergrasmücke deutlich tonstärker/lauter. Ein charakteristisches Merkmal wie das Schluss-Klappern beim Gesang der Klappergrasmücke fehlt. Oft wird der Gesang aus dem obersten Teil eines Busches vorgetragen, wobei jedoch nur selten stetig eine voll exponierte Warte eingenommen wird, eher leicht verdeckt. Der Warnruf ist ein hartes, metallisch anmutendes Rattern. Es erinnert vom Klang her wie das „Checkern“ einer Elster, nur ca. drei- bis viermal schneller.
Die Sperbergrasmücke errichtet bis zu drei Nester, bodennah oder in geringer Höhe, meist in dornigen Büschen. In eines davon werden 3-6 Eier über knapp zwei Wochen von beiden Altvögel bebrütet, die überwiegend in einer saisonalen Monogamie leben. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen noch ca. 11 Tage im Nest, dann werden sie von den Altvögeln weitere drei Wochen geführt. Bereits ab Mitte Juli geht’s wieder zurück ins Überwinterungsgebiet – hoffentlich vorbei an zahlreichen Netzfallen, die fast über die gesamte Zugroute aufgestelt sind, um die Reise im Suppentopf enden zu lassen. Erfreulicherweise hat jedoch der Bestand der Sperbergrasmücke in Bergbau-Folgelandschaften von ehemaligen Braunkohletagebauen leicht zugenommen. Alle Jahre wieder können wir uns an der Schönheit dieses Vogels erfreuen.
Lit.:
Wember, Viktor: Die Namen der Vögel Europas. Bedeutung der deutschen und wissenschaftlichen Namen, Wiebelsheim 2017
Südbeck, R. et. al.: Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands, Münster 2025
Foto: Uwe Nielitz (mit freundlicher Genehmigung)
Text: HKi
Ornithologie!
... ein wichtiges und wunderbares Betätigungsfeld
Wichtig, weil:
... sie als Bestandteil der Zoologie ökologische Zusammenhänge erkundet, denen auch der Mensch letztendlich vollständig ausgeliefert ist,
... ihr ein seismographischer Charakter zukommt bezogen auf die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Natur,
... ein jeder auch noch so geringe Beitrag wichtig ist für die Vogelwelt, für die Natur.
Wunderbar, weil:
... sie zu jeder Tages- und Nachtzeit und an allen Orten der Erde betrieben werden kann,
... es Freude bereitet, in der Natur – als Teil von ihr – unterwegs zu sein, sie zu entdecken und sich von ihren Schönheiten faszinieren zu lassen,
... Vögel in ihrer Artenvielfalt mit ihren Federkleidern, ihrem Gesang, ihren Rufen und ihrem Verhalten sich meist sehr gut beobachten und studieren lassen – ganz gleich ob am Futterhaus vorm Fenster, bei Spaziergängen, auf dem Weg zur Arbeit, bei Ausflügen oder Exkursionen,
... sie unabhängig von Anspruch, Wissens- und Erfahrungsstand von jeder und jedem aus jeglicher Altersgruppe ausgeübt werden kann.
Mitmachen lohnt sich!
Alle Veranstaltungen sind offen. Es bedarf keiner Anmeldung. Der Eintritt ist frei .
Alle Vorträge 20.00 Uhr, SR 306, Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich;
Wasservogelzählung ist Sonntags, falls von Streckenführungen nicht anders vereinbart: 7 Strecken von querfeldein bis bequem in Kleingruppen entlang der Saale
Do 26.03.2026
Wildvogelhilfe Jena – Rückblicke, Einblicke, Ausblicke
Anna-Josefine Sonntag & Co. / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Do 23.04.2026
Schnupperexkursion 01 - für Einsteigende und Neugierige
18.00 Uhr Grießbrücke / Jena
Keine Anmeldung erforderlich
Do 07.05.2026
Schnupperexkursion 02 - für Einsteigende und Neugierige
18.00 Uhr Grießbrücke / Jena
Keine Anmeldung erforderlich
Do 21.05.2026
Schnupperexkursion 03 - für Einsteigende und Neugierige
18.00 Uhr Parkplatz Closewitzer Wäldchen/Windknollen
Keine Anmeldung erforderlich
Do 04.06.2026
Exkursion zu deN Kiesteichen bei Orlamünde
19.00 Uhr am Bahnhof Orlamünde
Keine Anmeldung erforderlich
Do 18.06.2026
Exkursion zum TÜP Rothenstein
19.00 Uhr am Schießplatz
Keine Anmeldung erforderlich
Fr 28.08.2026
Exkursion auf der Lehnstedter Höhe
18.30 Uhr am Parkplatz neben Speicher Lehnstedt
Bitte mit Fachgruppenleitung in Verbindung setzen: [email protected]
Do 10.09.2026
Exkursion zum Hainspitzer See
18.00 Uhr am Hainspitzer See
Keine Anmeldung erforderlich
Do 24.09.2026
Fachgruppenmitglieder berichten aus 2026
Bitte mit Fachgruppenleitung in Verbindung setzen: [email protected]
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Do 08.10.2026
Aus der Vogelwelt Ecuadors
Falco Beutler / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Do 05.11.2026
Einstieg in die Ornithologie 1 – die ersten drei Meter einer spannenden Entdeckungsreise
Holger Kirschner / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Einerseits fasziniert die Vogelwelt, andererseits kann die anfangs kaum überschaubare Artenvielfalt demotivierend sein beim Kennenlernen. Wo kann wie angefangen werden, um etwas je nach persönlichen Interessen zu entwickeln? Möglichkeiten eines gelingenden Einstiegs werden aufgezeigt.
So 15.11.2026
Wasservogelzählung entlang der Saale - Wandern und Kennenlernen: Gegend, Vögel, Leute
Bitte mit Fachgruppenleitung in Verbindung setzen: [email protected]
Do 19.11.2026
Einstieg in die Ornithologie 2 – die zweiten drei Meter einer spannenden Entdeckungsreise + Tipps zu Spots in/um Jena
Holger Kirschner / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Gegeben werden Hinweise zur Vogelwelt in und um Jena, zu Beobachtungsstellen, zu geeigneten Werkzeugen, Medien und Materialien. Hand-outs werden verteilt, Materialien können ausprobiert werden.
Do 03.12.2026
Night Migration Recording – Erfahrungen zum nächtlichen Vogelzug
Leo Wilhelm / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Hier gibt es weitere Inhalte:
Hilfe für Vögel: Was wie zu tun ist, an wen man sich wenden kann etc.
Tipps für Einsteigende: Hinweise zu Materialien und Methodik
Logbuch der Fachgruppe: hier sind die wichtigsten Aktionen der FG vermerkt.
Wasservogelzählung: 3 mal im Jahr, ideal für den Einstieg in die Ornithologie – gemeinsames Wandern, Entdecken, Kennenlernen. Keine Vorkenntnisse erforderlich, wetterfeste Kleidung und Fernglas empfohlen, Ausstieg/Unterbrechung jederzeit möglich.
Beobachtungsberichte: Beobachtungen aus Jena/SHK – ACHTUNG: Vorgaben zur Datenaufbereitung beachten!
Weiterführende Informationen finden sich auch hier:
ornitho.de … ornitho.de – vielseitig nutzbares Portal des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) – hier kann jede und jeder mitmachen!
Dieses frei zugängliche Datenbanksystem bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten von kaum schätzbarem Wert:
- Stets abrufbare Auflistung eigener (geprüfter) Daten: Datum, Ort, Art, Anzahl, Geschlecht etc. einschließlich weiterer Bild- oder Ton-Dateien
- Individuell einrichtbare Abfragen z.B. von Meldungen aus bestimmten Regionen, zu bestimmten Arten, Seltenheiten
- Kontaktaufnahme zu Ornithologinnen und Ornithologen deutschlandweit (wenn hinterlegt)
- Informationen zu saisonalen Besonderheiten