Die Fachgruppe Ornithologie des NABU KV Jena e.V.

... ist offen für ornithologisch Interessierte, die den Codex der FG anerkennen

... stellt an neu Hinzukommende keine Bedingungen zu Kenntnissen oder Mitgliedschaften

... hat eine Chat-Gruppe zu lokalen ornith. Themen (bei Interesse an Leitung wenden)

... betreut Kartierungen, Wasservogelzählungen, Nisthilfeprojekte etc. ehrenamtlich

... ist beratend tätig für ökologisch-avifaunistische Fragestellungen

... fertigt wissenschaftlich fundierte Expertisen und Dokumentationen an (u.a. MhB)

... unternimmt Exkursionen und gestaltet Themen-Vorträge (s. NABU-Programm)

... ist vernetzt mit überregionalen ornithologischen Institutionen:

   u.a. Verein Thüringer Ornithologen (VTO), Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA)

... begrüßt ausdrücklich Projekte, Anfragen, Hinweise

... dokumentiert ausgewählte Aktivitäten im Logbuch der Fachgruppe

... wird geleitet von Holger Kirschner aus Jena: h.kirschjen@gmail.com

 

Vogel des Monats August 2022

Der Mornellregenpfeifer ist der Vogel des Monats August.(Foto HKi)

 

Diese wunderbaren, putzig und zugleich erhaben wirkenden, sehr beschaulichen Vögel rasten alle Jahre wieder in den Monaten August und September auf den Feldern um Jena. Sie kommen oft in kleineren Trupps: häufig 2-7, manchmal 10-12, sehr selten mehr als 20, maximal 30; im September sind Einzelvögel öfter anzutreffen. Die Mornellregenpfeifer befinden sich auf dem Durchzug aus den Brutgebieten des Fjälls in Skandinavien, verweilen nur einige wenige Tage (ca. 1-10) in unserer Region (je nach Bodenbeschaffenheit, Prädatorendruck, Störungen durch „Naturforscher“ Hunde u.a., Witterungsbedingungen etc.) und fliegen dann weiter in die Überwinterungsgebiete nach Nordafrika. Anfangs sind meist überwiegend adulte Weibchen – geringfügig größer und auch farbenfroher als die Männchen – zu entdecken. In „unseren“ Rastgebieten ist häufig ein Zu-, gleichzeitig auch ein Abfluggeschehen von kleineren Teilgruppen bzw. Einzelvögeln zu beobachten. Geübte Ohren können den Flugruf erkennen, der bisweilen bei Ankunft und nach dem Starten zum Weiterfug zu hören ist. Der Peak des Rastgeschehens liegt etwa beim 25.August. Frühe Süd-Zügler sind ca. ab dem 15. August zu finden, die letzten, meist vereinzelte juvenile Vögel, können bis nach Mitte September angetroffen werden. Genau dies setzt eine Reihe bemerkenswerter Fragen frei: Woher wissen diese juvenilen Individuen bei ihrem Erst-Flug(!), dass sich genau hier die Rastgebiete befinden? Hatten die adulten ihnen die Flugroute „erklärt“? Sind es die Jungvögel von jenen adulten, die einige Tage zuvor „unsere“ Felder zur Rast wählten? Oder sind eher geografische Besonderheiten ausschlaggebend für das Rasten? Die Forschung steckt hierbei noch in den Kinderschuhen.

 

Zu verdanken ist das Beobachtungsgeschehen übrigens Christoph Klein aus unserer Fachgruppe sowie Ingo Uschmann. Noch bevor Mornellregenpfeifer erstmalig 2001 entdeckt wurden, studierte Christoph die Gewohnheiten und Lebensräume der Mornellregenpfeifer sehr sorgfältig. Er kam zu dem Schluss, dass weitflächige exponierte Areale zur Rast geeignet sein werden, die einerseits gut eingesehen werden können (weithin frei von Hecken, Gräben), andererseits hinreichend Deckung in Form von Furchen (Ackerfurchen) oder kleineren Bodensenken bieten. Stimmen dann noch Bearbeitungszustand (vollständig abgeerntet, keine Rapsstengel o.ä.) und Bodenbeschaffenheit (geeggt), können Mornellregenpfeifer erwartet werden. Doch Vorsicht! Mornellregenpfeifer sind leicht zu verwechseln mit Goldregenpfeifern, die etwa gleich groß sind und vor allem im September/Oktober in Trupps bis zu ca. 50 Stk. auf den Feldern rasten. Die phänotypischen Merkmale sind ähnlich, die Bewegungen am Boden zur Futteraufnahme nahezu gleich – eben wie Regenpfeifer.

 

Jedes Jahr kontrollieren u.a. die Mitglieder der Weimarer und auch der Jenaer Fachgruppe emsig das Rastgeschehen im Spätsommer. Aus vielen Ecken Deutschlands strömen bisweilen Interessierte zu „unseren“ Rastgebieten, um den alljährlichen Bahnhof zu bewundern. Fatal wäre es übrigens, wenn Unwissende ihre Wind-Energie-Projekte in oder unmittelbar an die Rastgebiete platzieren würden. Denn nicht nur die Mornellregenpfeifer brauchen diese Gebiete! Der Kleinvogelzug, der etwa Ende August einsetzt, nutzt genau ebendiese Areale. Anzutreffen sind auch diverse Möwen, Korn- und Wiesenweihen, verschiedene Falkenarten, seltene Pieper, Feldlerchen-, Stelzen- und Finkenschwärme, diverse Limikolen etc. Sogar eine Falkenraubmöwe stellte mit ihrem Rasten die schützenswerte Besonderheit der Rastgebiete – ein ca. 2km breiter Streifen von der Saaleplatte bis zur Lehnstedter Höhe – heraus.

 

Was wird uns diesen Sommer erwarten? Wie viele Mornellregenpfeifer werden zu zählen sein?

 

HKi, August 2021

 

 

Ornithologie!

... ein wichtiges und wunderbares Betätigungsfeld

Wichtig, weil:

... sie als Bestandteil der Zoologie ökologische Zusammenhänge erkundet, denen auch der Mensch letztendlich vollständig ausgeliefert ist,

... ihr ein seismographischer Charakter zukommt bezogen auf die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Natur,

... ein jeder auch noch so geringe Beitrag wichtig ist für die Vogelwelt, für die Natur.  

 

Wunderbar, weil:

... sie zu jeder Tages- und Nachtzeit und an allen Orten der Erde betrieben werden kann,

... es Freude bereitet, in der Natur – als Teil von ihr – unterwegs zu sein, sie zu entdecken und sich von ihren Schönheiten faszinieren zu lassen,

... Vögel in ihrer Artenvielfalt mit ihren Federkleidern, ihrem Gesang, ihren Rufen und ihrem Verhalten sich meist sehr gut beobachten und studieren lassen – ganz gleich ob am Futterhaus vorm Fenster, bei Spaziergängen, auf dem Weg zur Arbeit, bei Ausflügen oder Exkursionen,

... sie unabhängig von Anspruch, Wissens- und Erfahrungsstand von jeder und jedem aus jeglicher Altersgruppe ausgeübt werden kann.

 

Mitmachen lohnt sich!

 

 

Nächste Termine

Do., 29.09.2022: Fachgruppe Ornithologie

VOGELBEOBACHTUNGEN AUS 2022

Bitte Bildmaterial mitbringen (max. 5 min)  

und Fachgruppenleitung Bescheid geben!

Zeiss Campus 3, SR 208, 20.00 Uhr 

 

 

Hier gibt es weitere Inhalte:

 

Hilfe für Vögel: Was wie zu tun ist, an wen man sich wenden kann etc.

 

Tipps für Einsteigende: Hinweise zu Materialien und Methodik

 

Logbuch der Fachgruppe: hier sind die wichtigsten Aktionen der FG vermerkt.

 

Wasservogelzählung: 3 mal im Jahr, ideal für den Einstieg in die Ornithologie – gemeinsames Wandern, Entdecken, Kennenlernen. Keine Vorkenntnisse erforderlich, wetterfeste Kleidung und Fernglas empfohlen, Ausstieg/Unterbrechung jederzeit möglich.

 

Beobachtungsberichte: Beobachtungen aus Jena/SHK – ACHTUNG: Vorgaben zur Datenaufbereitung beachten!

 

 

Weiterführende Informationen finden sich auch hier:

ornitho.de    … ornitho.de – vielseitig nutzbares Portal des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) – hier kann jede und jeder mitmachen!

 

Dieses frei zugängliche Datenbanksystem bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten von kaum schätzbarem Wert:

     - Stets abrufbare Auflistung eigener (geprüfter) Daten: Datum, Ort, Art, Anzahl, Geschlecht etc. einschließlich weiterer Bild- oder Ton-Dateien

     - Individuell einrichtbare Abfragen z.B. von Meldungen aus bestimmten Regionen, zu bestimmten Arten, Seltenheiten

     - Kontaktaufnahme zu Ornithologinnen und Ornithologen deutschlandweit (wenn hinterlegt)

     - Informationen zu saisonalen Besonderheiten

 

Machen Sie uns stark

Spenden an den NABU

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature"

NaturErlebnisHaus

Gruppenunterkunft und Bildungszentrum im Grünen

 

Natur hautnah erleben und genießen! Das und noch viel mehr bietet das NaturErlebnis-Haus. Mitten im Wald gelegen und von Muschelkalkhängen umgeben, ist es der perfekte Ausgangspunkt zum Wandern und Naturentdecken. Eine große Artenvielfalt auf dem Gelände lockt auf vielfältige Weise, die Natur zu erforschen und zu erfahren. So fließt beispielsweise ein Bach durch das Gelände, welcher Lebensraum für Wasser-amseln, Ringelnattern und Bachforellen ist. Auch das Haus selbst beherbergt einige
geschützte Arten. Unsere tierischen Mitbewohner sind Fledermäuse unterm Dach, in den Nistkästen an der Außenwand ziehen Vögel ihre Jungen groß und auf der Schmetterlingswiese können die schönsten Falter beobachtet werden. Mehr zu unserer Gruppenunterkunft erfährst du auf www.naturerlebnishaus-leutratal.de.