... ist offen für ornithologisch Interessierte, die den Codex der FG anerkennen und ausführen
... stellt an neu Hinzukommende keine Bedingungen zu Kenntnissen oder Mitgliedschaften
... hat Chat-Gruppen (Signal + WhatsApp) zu lokalen ornith. Themen (bei Interesse an Leitung wenden)
... gestaltet Themen-Vorträge und unternimmt Exkursionen (s.u. bzw. NABU-Programm)
... betreut Kartierungen, Wasservogelzählungen, Nisthilfeprojekte etc. ehrenamtlich
... ist vernetzt mit überregionalen ornithologischen Institutionen: u.a. Verein Thüringer Ornithologen (VTO), Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA)
... ist beratend tätig für ökologisch-avifaunistische Fragestellungen
... fertigt wissenschaftlich fundierte Expertisen und Dokumentationen an (u.a. MhB)
... dokumentiert ausgewählte Aktivitäten im Logbuch der Fachgruppe
... wird geleitet von Holger Kirschner aus Jena: [email protected]
Mit der Dorngrasmücke wird die Grasmücken-Reihe der vergangenen Monate, bezogen auf die einheimischen Grasmückenarten zunächst beendet. Die weiteren Grasmückenarten, die hier kurz portraitiert werden, stammen aus den südlich gelegenen Lebensräumen Europas. Jene Arten sind manchmal als Irrgäste in Deutschland anzutreffen.
Bereits der Name Dorngrasmücke deutet an, dass sie bevorzugt in (Dorn-)Gebüschen zu finden ist. Halboffene und auch offene Lebensräume, Brachen, Ruderalflächen, Feldhecken, Erd- und Schotterhalden nutzt sie ebenfalls gern zur Revierbesetzung. Der wissenschaftliche Name lautet Sylvia communis: Sylva (lat.) = Wald, Sylvia = Waldvöglein, communis = (lat.) „gemein, gewöhnlich“; Wember: 2017, S. 172.
Etwa ab Mitte April kommt die Dorngrasmücke in Mitteleuropa an aus den Überwinterungsgebieten, die in Afrika südlich der Sahara zu finden sind. Die Wahl-Nestanlagen werden bodennah zunächst vom Männchen im Rohbau errichtet, eines davon wird dann vom Weibchen fertiggestellt. In der saisonalen mono- oder bigamen Revierbesetzung werden ca. 3-6 Eier knapp zwei Wochen von den Altvögeln bebrütet. Nach dem Schlüpfen bleiben die Pulli noch ca. 10 bis 15 Tage im Nest, dann werden sie von Altvögeln weitere drei Wochen betreut. Zurück ins Überwinterungsgebiet geht es ab Mitte bis Ende Juli.
Neben den Gefiedermerkmalen ist es vor allem der lärmende, durchdringende charakteristische Gesang, der die Dorngrasmücke leicht auffindbar macht: eine kurze Strophe mit sehr schnellen, kratzigen Lauten. Fast immer wird der Reviergesang von einer erhabenen Position aus vorgetragen, z.B. aus dem oberen Bereich eines Busches oder Baums, von einer Stromleitung, einem Hügel o.ä., manchmal in Verbindung mit einem kurzen Singflug. Der ebenfalls gut zuzuordnende Warnruf klingt wie ein tiefes, gezogenes „Oohrrt – Oohrrt – Oohrrt …“, der bei drohender Gefahr meist aus dem Dickicht kommt.
Männchen einer Dorngrasmücke
Dorngrasmücken sind bei uns viel seltener als z.B. Mönchsgrasmücken, jedoch lassen sie sich in passenden Lebensräumen stets gut finden. Der Bestand gilt nicht als gefährdet, allerdings führten Lebensraumzerstörungen immer wieder zu Einbrüchen in der Population – einerseits Dürren im Überwinterungsgebiet in der Sahel-Zone (verstärkt durch die „shifting cultivation“ mit Brandrodungen), andererseits durch Eingriffe in die natürlichen Lebensräume im Brutgebiet. Auch in diesem Jahr konnten um Jena wieder einige besetzte Brutreviere im Monitoring häufiger Brutvogelarten (MhB) methodisch erfasst und dokumentiert werden.
Der Vogel des Monats August ist die Samtkopfgrasmücke, deren Brutgebiete rings um das Mittelmeer zu finden sind. Immer wieder verirren sich Samtkopfgrasmücken auch nach Deutschland, wo es m.W. jedoch bisher keinen Brutnachweis gibt. Im mediterranen Raum ist sie relativ häufig anzutreffen, wo sie offene Landschaften mit Hecken und Sträuchern bevorzugt. Sie verrät sich durch ihren weit hörbaren typischen Warnruf, der wie ein stimmloses hartes, schnelles Krächzen klingt: „Krrt-krrt-krrt“.
Männchen der Samtkopfgrasmücke
Der wissenschaftliche Name Sylvia melanocephala steht für: Waldvöglein, melano – schwarz, he kephale (griech.) Kopf. Dies trifft jedoch in der Farb-Beschreibung nur für das Männchen zu. Das Weibchen ist viel besser getarnt und nicht mit den kontrastreichen Färbungen im Kopfbereich versehen.
Weibchen der Samtkopfgrasmücke
Bei einer Reise in die südlichen Länder Europas empfiehlt es sich, nach dem Warnruf der Samtkopfgrasmücke zu lauschen, der oft und auch noch im Spätsommer häufig zu hören ist.
Text/Fotos HKi
Lit.:
Wember, Viktor: Die Namen der Vögel Europas. Bedeutung der deutschen und wissenschaftlichen Namen, Wiebelsheim 2017
Südbeck, R. et. al.: Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands, Münster 2025
Ornithologie!
... ein wichtiges und wunderbares Betätigungsfeld
Wichtig, weil:
... sie als Bestandteil der Zoologie ökologische Zusammenhänge erkundet, denen auch der Mensch letztendlich vollständig ausgeliefert ist,
... ihr ein seismographischer Charakter zukommt bezogen auf die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Natur,
... ein jeder auch noch so geringe Beitrag wichtig ist für die Vogelwelt, für die Natur.
Wunderbar, weil:
... sie zu jeder Tages- und Nachtzeit und an allen Orten der Erde betrieben werden kann,
... es Freude bereitet, in der Natur – als Teil von ihr – unterwegs zu sein, sie zu entdecken und sich von ihren Schönheiten faszinieren zu lassen,
... Vögel in ihrer Artenvielfalt mit ihren Federkleidern, ihrem Gesang, ihren Rufen und ihrem Verhalten sich meist sehr gut beobachten und studieren lassen – ganz gleich ob am Futterhaus vorm Fenster, bei Spaziergängen, auf dem Weg zur Arbeit, bei Ausflügen oder Exkursionen,
... sie unabhängig von Anspruch, Wissens- und Erfahrungsstand von jeder und jedem aus jeglicher Altersgruppe ausgeübt werden kann.
Mitmachen lohnt sich!
Alle Veranstaltungen sind offen. Es bedarf keiner Anmeldung. Der Eintritt ist frei .
Alle Vorträge 20.00 Uhr, SR 306, Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich;
Wasservogelzählung ist Sonntags, falls von Streckenführungen nicht anders vereinbart: 7 Strecken von querfeldein bis bequem in Kleingruppen entlang der Saale
Do 26.03.2026
Wildvogelhilfe Jena – Rückblicke, Einblicke, Ausblicke
Anna-Josefine Sonntag & Co. / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Do 23.04.2026
Schnupperexkursion 01 - für Einsteigende und Neugierige
18.00 Uhr Grießbrücke / Jena
Keine Anmeldung erforderlich
Do 07.05.2026
Schnupperexkursion 02 - für Einsteigende und Neugierige
18.00 Uhr Grießbrücke / Jena
Keine Anmeldung erforderlich
Do 21.05.2026
Schnupperexkursion 03 - für Einsteigende und Neugierige
18.00 Uhr Parkplatz Closewitzer Wäldchen/Windknollen
Keine Anmeldung erforderlich
Do 04.06.2026
Exkursion zu deN Kiesteichen bei Orlamünde
19.00 Uhr am Bahnhof Orlamünde
Keine Anmeldung erforderlich
Do 18.06.2026
Exkursion zum TÜP Rothenstein
19.00 Uhr am Schießplatz
Keine Anmeldung erforderlich
Fr 28.08.2026
Exkursion auf der Lehnstedter Höhe
18.30 Uhr am Parkplatz neben Speicher Lehnstedt
Bitte mit Fachgruppenleitung in Verbindung setzen: [email protected]
Do 10.09.2026
Exkursion zum Hainspitzer See
18.00 Uhr am Hainspitzer See
Keine Anmeldung erforderlich
Do 24.09.2026
Fachgruppenmitglieder berichten aus 2026
Bitte mit Fachgruppenleitung in Verbindung setzen: [email protected]
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Do 08.10.2026
Aus der Vogelwelt Ecuadors
Falco Beutler / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Do 05.11.2026
Einstieg in die Ornithologie 1 – die ersten drei Meter einer spannenden Entdeckungsreise
Holger Kirschner / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Einerseits fasziniert die Vogelwelt, andererseits kann die anfangs kaum überschaubare Artenvielfalt demotivierend sein beim Kennenlernen. Wo kann wie angefangen werden, um etwas je nach persönlichen Interessen zu entwickeln? Möglichkeiten eines gelingenden Einstiegs werden aufgezeigt.
So 15.11.2026
Wasservogelzählung entlang der Saale - Wandern und Kennenlernen: Gegend, Vögel, Leute
Bitte mit Fachgruppenleitung in Verbindung setzen: [email protected]
Do 19.11.2026
Einstieg in die Ornithologie 2 – die zweiten drei Meter einer spannenden Entdeckungsreise + Tipps zu Spots in/um Jena
Holger Kirschner / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Gegeben werden Hinweise zur Vogelwelt in und um Jena, zu Beobachtungsstellen, zu geeigneten Werkzeugen, Medien und Materialien. Hand-outs werden verteilt, Materialien können ausprobiert werden.
Do 03.12.2026
Night Migration Recording – Erfahrungen zum nächtlichen Vogelzug
Leo Wilhelm / Jena
20:00 Uhr Seminarraum 306, Uni-Jena, Zeiss-Campus
Hier gibt es weitere Inhalte:
Hilfe für Vögel: Was wie zu tun ist, an wen man sich wenden kann etc.
Tipps für Einsteigende: Hinweise zu Materialien und Methodik
Logbuch der Fachgruppe: hier sind die wichtigsten Aktionen der FG vermerkt.
Wasservogelzählung: 3 mal im Jahr, ideal für den Einstieg in die Ornithologie – gemeinsames Wandern, Entdecken, Kennenlernen. Keine Vorkenntnisse erforderlich, wetterfeste Kleidung und Fernglas empfohlen, Ausstieg/Unterbrechung jederzeit möglich.
Beobachtungsberichte: Beobachtungen aus Jena/SHK – ACHTUNG: Vorgaben zur Datenaufbereitung beachten!
Weiterführende Informationen finden sich auch hier:
ornitho.de … ornitho.de – vielseitig nutzbares Portal des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) – hier kann jede und jeder mitmachen!
Dieses frei zugängliche Datenbanksystem bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten von kaum schätzbarem Wert:
- Stets abrufbare Auflistung eigener (geprüfter) Daten: Datum, Ort, Art, Anzahl, Geschlecht etc. einschließlich weiterer Bild- oder Ton-Dateien
- Individuell einrichtbare Abfragen z.B. von Meldungen aus bestimmten Regionen, zu bestimmten Arten, Seltenheiten
- Kontaktaufnahme zu Ornithologinnen und Ornithologen deutschlandweit (wenn hinterlegt)
- Informationen zu saisonalen Besonderheiten