Logbuch der Fachgruppe Ornithologie (ab 2020):

 

09.2022: letzte Auswilderungen von aufgezogenen Jungvögeln - erfolgreiche Vorab-Aktivitäten der Vogelauffangstation

 

Dass an den NABU Jena, insbesondere die Fachgruppe Ornithologie immer wieder Anfragen zu aufgelesenen Jungvögeln oder verunglückten bzw. krank scheinenden Vögeln gerichtet werden, ist sicher nicht erst seit 2020 der Fall. Vormals wurde seitens der Fachgruppe diesem Thema mit der Weitergabe von Kontaktdaten begegnet. Auch 2020 konnte lediglich an privat geführte „Auffangeltern“ vermittelt werden, soweit diese überhaupt bekannt waren. Es stellte sich rasch heraus, dass es in Jena sowie im näheren Umkreis nur sehr wenig (bekannte) professionell agierende gibt, die oft überlastet waren und zudem ausschließlich von „älteren Semestern“ bedient wurden. Als 2021 ein weiterer Anstieg von Nachfragen zu registrieren war und die beschriebene Situation sich als zunehmend unbefriedigend erwies, formierte sich als logische Konsequenz die Idee der Errichtung einer Vogelauffangstation in Jena. Noch in 2021 konstituierte sich eine Konzeptgruppe, die zunächst die Initialisierung und Planung dieser Idee vorantrieb. Erfreulicherweise wirkten hierbei neu gewonnene Fachgruppenmitglieder („jüngerer Semester“) federführend und bemerkenswert engagiert mit. Die beträchtliche Menge an keineswegs leichten Fragen (wirtschaftlich, rechtlich, veterinärmedizinisch, logistisch, lokal, personell, etc.) sind auch heute (September 2022) noch nicht hinreichend beantwortet. Gleichwohl wurde die Zeit intensiv genutzt, um Erfahrungen an mehreren Stellen in mehrerlei Hinsicht einzuholen. In diesem Zusammenhang sei zunächst der Familie Kahl aus Schirnewitz herzlich gedankt für zahlreiche Hinweise und Einblicke in ihr seit Jahrzehnten bestehendes Vogelauffanggeschehen. Ein weiterer besonderer Dank gilt Juliane Balmer aus der Vogelschutzwarte Seebach (TLUBN Referat 31). Sie beantwortete nicht nur zahlreiche Fragen rund um die Versorgung verunglückter Vögel, sondern ermöglichte ebenso, dass Mitglieder  der Fachgruppe den Alltag der Vogelauffangstation in mehrwöchigen Vor-Ort-Praktika kennen lernen konnten. Ausdrücklich sei auf das außergewöhnliche Engagement jener Fachgruppenmitglieder verwiesen! 

 

 

Die Erfahrungen aus den Praktika flossen unmittelbar ein in die Vor-Ort-Praxis für die Erstversorgung abgegebener Vögel verschiedenster Arten. Hierfür wurde u.a. eine Zimmervolliere nebst weiterem Equipment, einschließlich spezieller, artgerechter Nahrung angeschafft. Über 30 Vögel wurden aufgenommen, versorgt und ausgewildert. Was für ein mutiger und tatkräftiger Anfang!

 

Das Foto oben entstand während der Auswilderung von 4 Mehlschwalben. Ihr Nest war heruntergefallen - möglicherweise durch die immense Trockenheit. Nach reichlich zwei Wochen erreichten sie das fürs Fliegen notwendige „Startgewicht“. Flugübungen konnten sie in dieser Zeit in einem extra für sie eingerichteten Flugübungszimmer vollführen. Wohlgenährt, kräftig und mit einer stärkenden Abschiedsportion versehen wurden sie freigelassen. Die Lokalitäten für den Erstflug wurden sorgfältig so gewählt, dass Artgenossen gut erreichbar waren. Bei den vier Mehlschwalben klappte dies hervorragend. Sie schwangen sich in die Lüfte bis zu einer Höhe von ca. 150m. Dort wurden sie von andren Mehlschwalben begrüßt (Kontaktanflug/Parallelflug) und in den Schwarm von etwa 25 Individuen aufgenommen. Gemeinsam mit ihnen zogen sie fort.

 

Die Konzeptgruppe hat nunmehr alle Hände voll zu tun, um im nächsten Jahr den Vogel-Auffang in Jena weiter zu entwickeln, In welchem Umfang 2023 Vögel aufgenommen, versorgt und ausgewildert werden, ist derzeit noch nicht abschätzbar. Fest steht aber, dass es als Minimum eine Fortführung und Ausweitung der Aktivitäten geben wird. 

 

 

 

 

12.07.2022: Letzte Exkursion der Orni-Werkstatt an der Leonardoischule vor den Sommerferien

Exkursion in den Lebensraum "Mischwald"

 

Seit den Winterferien fand einmal pro Woche die Orni-Werkstatt an der Leonardoschule statt. Insgesamt 6 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen der 1. bis 6. Klasse nahmen daran teil. Die Exkursionen galten den Lebensräumen "Gartenlandschaft", "Flusslandschaft", "Mischwald", "Stadtlandschaft", behandelte Themen waren die Verwendung von Fernoptik und Kamera, Bestimmungsliteratur sowie weitere Werkzeuge der Feldornithologie, Lernmittel sowie Umweltschutz. Pädagogisch wurden die Themen in Zusammenarbeit mit Lisa Sophie Scheuer, Lehrerrin an der Leonardoschule, aufbereitet, dokumentiert und zu einem "Forschungsheft" verarbeitet, in dem alle Teilnehmenden sowohl ihre individuellen Erlebnisse, als auch teambezogene Situationen abbilden, vervollständigen und für ihren weiteren eigenen Gebrauch zusammenstellen konnten.

Nach den Sommerferien soll die Orniwerkstatt ihre Fortsetzung finden.

Ein herzliches Dankeschön an Lisa Sophie Scheuer für ihre umfangreiche, kreative, und pädagogisch wertvolle Arbeit.

 

Wanderfalkennachwuchs in Jena - einer der Höhepunkte einer Exkursion in den Lebensraum "Stadt".

 

Holger Kirschner, Juli 2022

 

 

11.07.2022: Nistkastenbau im Anger-Gymnasium

 

Herr Becker, Lehrer im Angergymnasium in Jena, hatte für die Schüler seiner 5. Klasse eine Idee für das Projekt der Jahresabschlusswoche: die Errichtung von Nisthilfen für Höhlenbrüter. Damit sollte einerseits der Blick für ökologische Fragestellungen - es sind die Grundfragen unserers Jahrhunderts! - erweitert werden. Andererseits sollten Erfahrungen gesammelt und Interessen geweckt werden, dass auch mit eigener Hände Arbeit ein Beitrag dafür geleistet werden kann. Dieses Vorhaben stieß beim Team der Fachgruppenleitung freilich auf lebhafte Unterstützung.

Ein kleiner Einführungsvortrag zur Avifaunistik, insbesondere den Themen Totholz, Nisthilfen sowie deren Aufbau, Pflege u.a., gespickt mit kurzen Filmsequenzen aus der faszinierenden Vogelwelt Jenas, motivierte die Schülerinnen und Schüler. Dann gings rasch zur Sache mit Bauplänen, Zollstock, Bleistift und Winkel, Fuchsschwänzen, Schleifpapier, Bohrmaschine (für das Frontloch), Akkuschrauber, Hammer, Schrauben und Nägeln. Bereits am zweiten Projekttag konnten die gefertigten Exemplare bestaunt werden.

Ein ganz großes Dankeschön an die vielen fleißigen Hände und natürlich an Herrn Becker für diese wunderbare und wichtige Idee.

 

 

Am zweiten Tag waren manche Nistkästen schon fertig, andere noch in Arbeit.

 

 

Ökologisch wirksam werden und Freude dabei haben - spricht dies aus dem fröhlichen Gesicht?

 

(Fotos: Herr Becker; Mit freundlicher Genehmigung der Eltern des Schülers)

 

Holger Kirschner, im Juli 2022

 

21.06.2022: Letzte öffentliche Exkursion 2022

 

 

Ca. 30 ornithologisch Interessierte fanden sich zur Abschluss-Exkursion 2022 auf dem TÜP Rothenstein ein. Auf der ca. 2stündigen Tour wurden u.a. gesichtet und/oder gehört: Rot- und Schwarzmilane, Mäusebussarde, Turmfalken, Ringeltaube, Turteltaube, Hohltaube, Bunt-, Schwarz- und Grünspecht, Feldlerche, Baumpieper, Schwarzkehlchen, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Neuntöter, Star, Pirol, Kolkrabe, Rabenkrähe und Dohlen, Gold- und Grauammer

Gedankt sei für die rege Teilnahme sowie die Unterstützung während der Exkursionen durch die erfahreneren Ornis.

 

Holger Kirschner 

 

 Schwarzkehlchen; Fotos: Steffi Nestler

 

17.05.2022: Letzte Exkursion eines unterrichtsbegleitenden Projektes mit der Kaleidoskopschule in Jena Lobeda

 

 

 

Über 120 Schülerinnen und Schüler der Kaleidoskopschule in Jena-Lobeda entdeckten zu insgesamt fünf Terminen (2x 03.05; 2x 10.05. 1x 17.05.) auf kleinen Exkursionen in der Nähe der Schule die Vogelwelt Jenas. Kinder der Jahrgänge 1. bis 3. Klasse wurden in Kleingruppen (ca. 6) aufgeteilt mit den Schwerpunkten: Spechte, Enten und Dohlen. Insgesamt 6 Fachgruppenmitglieder betreuten die Exkursionen. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden: Berrit Gartz, Leo Wilhelm, Silke und Holm Sufryd, Anja Kirschner.

HKi

 

26.04.2022: Erste Exkursion im Frühjahresprogramm zum Windknollen 

 

Die Zahl der Angereisten (ca. 40) überstieg erfreulicherweise deutlich eine geeignete Gruppengröße für die Exkursion. Deshalb wurde die Menge der Teilnehmenden geteilt und jeweils von Mitgliedern des Leitungsteams der Fachgruppe geführt. Zu den bestimmten Vogelarten gehörten u.a. Fitis, Zilpzalp, Schwarzkehlchen, Gold- und Grauammer, Kleiber, Singdrossel, Wendehals, Schwarz-, Grün und Buntspecht, Rotmilan und Mäusebussard.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steffie Nestler stellte diese Fotos bereit - herzlichen Dank. 

 

31.03. 2022: Abschluss der Offenen Abende WS 21/22 mit Vortrag zum Thema "Straßentauben - betreuen statt bekämpfen"

 

Die Reihe der Offenen Abende im Wintersemester 2021/22 schloss mit einem Vortrag von Kerstin Wuthenow / Jena zum o.g. Thema ab. Vortrag zum Download s.u.

Als günstig erweis sich, dass die Vorträge als Hybridveranstaltung stattfanden. Die per Pandemieauflagen von Gesundheitsamt und FSU limitierte Platzanzahl des Raumes wurde beibehalten, weit mehr Teilnehmende aber konnten sich via Zoom zuschalten.

Inspiriert vom Vortrag fertigte Berrit Gartz einige Studien zu Tauben - herzlichen Dank! Weitere Werke ihres Schaffens sind unter "Vögel in der Kunst" zu sehen.

 

VORTRAG: Straßentauben - betreuen statt bekämpfen/ Kerstin Wuthenow, Jena
Sämtliche Rechte, einschließlich Urheber- und Bildrechte liegen bei Kerstin Wuthenow, Jena.
Präsentation_StTP NABU_oN.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.1 MB

18.03. 2022: CODEX der Fachgruppe wird eingeführt

 

Aufgrund der erfreulichen Zuwächse der Fachgruppe wurde es erforderlich, einen CODEX zu statuieren, da Voraussetzungen und Kenntnisse von neu Hinzugekommenen bisweilen sehr unterschiedlich ausfallen. Der CODEX impliziert und veräußert, in welchem Rahmen sich das Handeln der Mitglieder gestaltet, was gesamtgesehen das Tierwohl als ökologische Dimension in den Mittelpunkt stellt. (hier gehts zum Codex)

02/03 2022: Rebhuhnmonitoring durch Mitglieder der Fachgruppe

 

Im Januar 2022 erhielt die Fachgruppe nachstehenden Aufruf:

 

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA), der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) und die Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August-Universität Göttingen haben sich in dem bundesweiten Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ zusammengeschlossen, um das Rebhuhn zu retten und gleichzeitig die Vielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern. Das im Bundesprogramm für Biologische Vielfalt durchgeführte Projekt hat das Ziel gemeinsamen mit lokalen Projektpartnern Maßnahmen für den Rebhuhnschutz in die Fläche zu bringen. Im Vorfeld werden die noch vorhandenen Rebhuhnbestände kartiert um die Maßnahmen zielgenau zu platzieren und später den Erfolg der Maßnahmen messen zu können. Dafür suchen wir Freiwillige, die bei der Kartierung mithelfen.

 

Die Fachgruppe Ornithologie unterstützt das Projekt. Über 30 Transekte werden von ca. 20 Mitgliedern begangen. Organisatorisch tätig sind Anne Bessel von der Natura 2000 Station in Nickelsdorf sowie Stephanie Gerull vom Landschaftspflegeberband „Mittelthüringen“ e.V. Innerhalb der Fachgruppe leitete Anna-Josephine Sonntag die Koordination – herzlichen Dank allen Beteiligten!

 

Wärmebildkamera-Foto vom 16.03.2021, Nähe Lehnstedter Höhe (Anna-Josefine Sonntag) 

Foto vom 24.08.2021, Nähe Lehnstedter Höhe (HKI) 

  

15.03.2022: Erste vorbereitende Exkursion der ORNITHOLOGIE WERKSTATT an der Leonardoschule in Jena-Ost

  

In den vergangenen Monaten wurden Kontakte zur Leonardo-Schule in Jena-Ost aufgebaut, die zum Ziel hatten, eine Kinder- und Jugendarbeit speziell in ornithologischer Hinsicht zu  starten. Nach Absprachen mit der Schulleitung sowie konzeptioneller Zuarbeit durch Pädagoginnen sollte ursprünglich nach den Winterferien begonnen werden, was jedoch verschoben werden musste. Auch gegenwärtig lässt der Corona-Stand noch kein "richtiges" Betreiben zu. Gleichwohl wurde eine erste Exkursion am 15.03.2022 durchgeführt, um Bedingungen und Optionen dieser Werkstatt weiter auszuloten.  

 

13.03.2022: Wasservogelzählung 

  

Die Zählung wurde von über 20 Teilnehmenden unter Berücksichtigung der aktuellen Pandemiebestimmungen bei idealem Wetter eingetragen. Details siehe unter "Wasservogelzählung/Report". 

Foto eines Eisvogelweibchens im Stadtgebiet Jenas, März 2022 (Johannes Neubauer)

  

25.02.2022: Kooperation mit der Firma Jabil Optics Germany GmbH

  

Bericht von Anna-Josefine Sonntag: Die Firma Jabil Optics Germany GmbH unterstützte das Streuobstwiesen-Projekt am Gembdenbach des Kommunalservice Jena durch die Finanzierung von 15 hochwertigen Nistkästen aus Holzbeton. Eine fachgerechte Beratung zur Auswahl und Anbringung der Nistkästen erfolgte durch das Ornithologie Fachgruppenmitglied Anna-Josefine Sonntag. Hierbei wurde auf das Habitat eingegangen und sich für eine Kombination aus 3 verschiedenen Größen für Stare, Kohl- und Blaumeisen entschieden. Weiterhin konnte ein optimaler Marder- und Waschbärenschutz für die Kästen ausgewählt werden. Beim Aufhang wurde ein Mindestabstand, die korrekte Aufhanghöhe sowie die richtige Ausrichtung zur Himmelsrichtung berücksichtigt. Auch die Anbringung wurde von engagierten Mitarbeiter der Jabil Optics Germany GmbH unterstützt. Für weitere Beratungen zur Nistkastenpflege und -monitoring stellt sich die Ornithologie-Fachgruppe gern zur Verfügung.