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Vogel des Monats Juli 2026 - Dorngrasmücke

Die Dorngrasmücke ist der Vogel des Monats Juli und bildet den Abschluss unserer Reihe über die heimischen Grasmückenarten. Mit ihrem markanten Gesang und ihrer Vorliebe für Hecken, Gebüsche und offene Landschaften ist sie eine charakteristische Brutvogelart unserer Kulturlandschaft – auch wenn sie deutlich seltener zu beobachten ist als ihre Verwandte, die Mönchsgrasmücke.

Die Dorngrasmücke – Spezialistin für Dornbüsche und Offenland

Foto: Holger Kirschner
Foto: Holger Kirschner

Mit der Dorngrasmücke wird die Grasmücken-Reihe der vergangenen Monate, bezogen auf die einheimischen Grasmückenarten, zunächst beendet. Die weiteren Grasmückenarten, die hier kurz porträtiert werden, stammen aus den südlich gelegenen Lebensräumen Europas. Jene Arten sind manchmal als Irrgäste in Deutschland anzutreffen.

 

Bereits der Name Dorngrasmücke deutet an, dass sie bevorzugt in (Dorn-)Gebüschen zu finden ist. Halboffene und auch offene Lebensräume, Brachen, Ruderalflächen, Feldhecken sowie Erd- und Schotterhalden nutzt sie ebenfalls gern zur Revierbesetzung. Der wissenschaftliche Name lautet Sylvia communis: Sylva (lat.) = Wald, Sylvia = Waldvöglein, communis (lat.) = „gemein, gewöhnlich“; Wember: 2017, S. 172.

Ankunft, Brut und Zugverhalten

Etwa ab Mitte April kommt die Dorngrasmücke in Mitteleuropa aus den Überwinterungsgebieten an, die in Afrika südlich der Sahara liegen.

 

Die Wahl-Nestanlagen werden bodennah zunächst vom Männchen im Rohbau errichtet, eines davon wird dann vom Weibchen fertiggestellt. In der saisonalen mono- oder bigamen Revierbesetzung werden ca. 3–6 Eier knapp zwei Wochen von den Altvögeln bebrütet. Nach dem Schlüpfen bleiben die Pulli noch ca. 10 bis 15 Tage im Nest, dann werden sie von den Altvögeln weitere drei Wochen betreut. Zurück ins Überwinterungsgebiet geht es ab Mitte bis Ende Juli.

Gesang und Warnruf

© naturgucker.de / Hans-Werner Neumann
© naturgucker.de / Hans-Werner Neumann

Neben den Gefiedermerkmalen ist es vor allem der lärmende, durchdringende charakteristische Gesang, der die Dorngrasmücke leicht auffindbar macht: eine kurze Strophe mit sehr schnellen, kratzigen Lauten. Fast immer wird der Reviergesang von einer erhabenen Position aus vorgetragen, z. B. aus dem oberen Bereich eines Busches oder Baums, von einer Stromleitung, einem Hügel o. Ä., manchmal in Verbindung mit einem kurzen Singflug.

 

Der ebenfalls gut zuzuordnende Warnruf klingt wie ein tiefes, gezogenes „Oohrrt – Oohrrt – Oohrrt …“, der bei drohender Gefahr meist aus dem Dickicht kommt.

Bestand und Vorkommen

Dorngrasmücken sind bei uns viel seltener als z. B. Mönchsgrasmücken, jedoch lassen sie sich in passenden Lebensräumen stets gut finden. Der Bestand gilt nicht als gefährdet, allerdings führten Lebensraumzerstörungen immer wieder zu Einbrüchen in der Population – einerseits Dürren im Überwinterungsgebiet in der Sahel-Zone (verstärkt durch die „shifting cultivation“ mit Brandrodungen), andererseits durch Eingriffe in die natürlichen Lebensräume im Brutgebiet.

 

 

Auch in diesem Jahr konnten um Jena wieder einige besetzte Brutreviere im Monitoring häufiger Brutvogelarten (MhB) methodisch erfasst und dokumentiert werden.

Viel Freude beim Entdecken!

Wer Lust hat, Vogelstimmen und Arten auch gemeinsam in der Natur kennenzulernen, kann gerne an unseren ornithologischen Exkursionen und Vorträgen teilnehmen. Alle Termine sind im aktuellen Programm aufgeführt. 

Rückfragen gern via: [email protected]


Text: Holger Kirschner

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