Ein unscheinbarer Sänger mit unverwechselbarem Klang: Die Klappergrasmücke bereichert im April das vielstimmige Frühlingskonzert – oft eher zu hören als zu sehen.
Frühlingskonzert der Vögel

Wenn es grünt, naht ein reges, immenses Singen. Trotz Eisschauern, in Nässe, Nebel, auch Regen zwitschern inständig Sylvidae (Grasmücken) tagein, tagaus. Die Mönchsgrasmücken füllten mit ihren hoch flötenden, oft energetisch vorgetragenen Strophen bereits seit Ende März das Vogelkonzert, zu dem sich u.a. oft das deutlich höhertönige, stets mehrere Sekunden dauernde Zwitscher-Sprudeln der Heckenbraunelle gesellte. Auch die Rotkehlchen mit ihren kurzen Strophen sind oft zu hören: anfangs meist ein gepresster, sehr hoher „Ton-Schnalz“, der in ein-zwei-drei melancholisch anmutende kurze Flöt-Töne mündet, wobei die gesamte Strophe kaum mehr als ca. 2 Sekunden dauert.
Ja, und freilich sind die typischen Meisen-Gesänge allerorts zu hören – mit einem hohen Ton beginnend die Blaumeise, die Kohlmeise mit sich wiederholenden Flöt-Passagen einer Terz (mit dem Terz-Intervall fängt das bekannte Kinderlied „Der Kuckuck und der Esel“ an). In der Nähe von Fichten ist häufig das schneller werdende, extrem hohe Piepsen der Sommergoldhähnchen zu vernehmen, Zaunkönige geben meist in der Nähe von Gewässern ihre lauten, stets mit „zerhackten“ Passagen bestückten Gesänge zum Besten. Auf höheren Bäumen in/bei Gärten lachen die Grünfinken in den Frühling, Buchfinken hingegen erzählen sich unentwegt die Geschichte von dem „Auto, das nicht anspringen wollte“ – so die Strophe.
Die Klappergrasmücke im Orchestergraben
Der „Orchestergraben“ erfreut sich im April weiterer Bereicherungen, z.B. der Klappergrasmücke. Ihr Gesang macht eine Bestimmung wiederum sehr leicht. Die Strophe baut sich charakteristisch aus zwei Teilen auf: Eingangs erfolgt ca. 2–3 s ein dezentes, wenig strukturiertes „Flöt-Gequatscher“, das in einer unüberhörbaren Klapper-Reihe mündet – laut, schnelles, konstantes Tempo, etwa 6–9 Schläge. Klar, dass hierdurch die Art ihren Namen im Deutschen erhielt.
Der wissenschaftliche Name Sylvia curruca gibt dies nicht wieder: „Sylvia“ (Waldvöglein) stammt von Theodorus Gaza (1398–1475), der die „Tierkunde“ des Aristoteles (384–322) ins Lateinische übersetzte. „Curruca“ heißt im Spanischen „Grasmücke“ und wurde von Carl von Linné (1707–1778) in der von ihm stammenden „Systema naturae“ verwendet.
Lebensraum und Brutverhalten
Erkennungsmerkmale und Verhalten

Gut zu erkennen sind Klappergrasmücken an dem kontrastreichen Übergang der dunklen Ohrendecken zur weißen Kehle. Sie huschen flink und betriebsam durchs Gesträuch, wirken m.E. schlanker als Mönchsgrasmücken, exponierte Stellen werden nur sehr kurzzeitig besetzt, auf Warten sind sie so gut wie nie zu sehen. Aber sie sind eher zu hören als zu sehen.
Exkursionen
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Text: Holger Kirschner
Quellen:
- Wember, Viktor: Die Namen der Vögel Europas. Bedeutung der deutschen und wissenschaftlichen Namen, Wiebelsheim 2017
- Südbeck, R. et. al.: Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands, Münster 2025

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