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Bienen, Wespen, Hummeln – Vielfalt der Hautflügler entdecken

Foto: M. Schöne
Foto: M. Schöne

Am 9. März 2026 lud die Fachgruppe Entomologie des NABU Jena zu einem Vortragsabend mit dem Titel „Einführung in die Systematik und Biologie der Hautflügler – Wie erkenne ich Bienen?“ ein.

 

Rund 30 Interessierte füllten den Kursraum 2 des Instituts für Zoologie und Evolutionsforschung in der Erbertstraße und verfolgten gespannt die Ausführungen des Diplom-Biologen Frank CreutzburgDer Referent hatte einen ebenso anschaulichen wie fachlich fundierten Vortrag vorbereitet, der wissenschaftliche Grundlagen mit praktischen Erfahrungen aus der Feldarbeit verband.

Woran erkennt man Bienen?

Mit großem Interesse folgte das Publikum den Erläuterungen zu den Bestimmungsmerkmalen verschiedener Hautflügler. Zur Ordnung der Hymenoptera gehören neben Wildbienen auch Wespen, Hummeln und Ameisen – eine ökologisch äußerst bedeutende Insektengruppe.

Bei der Bestimmung kommt es häufig auf kleine Details an:

  • die sprichwörtliche „Wespentaille“,
  • die Zellstruktur der Flügel,
  • oder die Form der Hinterbeine.

Oft sind sogar mikroskopische Merkmale entscheidend. Es gibt parasitische Hautflügler, die kleiner als 1 mm sind. Die kleinsten Wildbienen sind 4-5 mm groß, aber auch Hummeln sind oft nur mit Lupe oder Stereo-Mikroskop eindeutig zu bestimmen.

Wie vielfältig diese Insektenordnung ist, wurde nicht nur im Vortrag deutlich, sondern auch anhand von Insektenkästen mit Präparaten, die das Publikum aus nächster Nähe betrachten konnte. Schon die Namen vieler Arten sorgten für Aufmerksamkeit: Während bei der Holzbiene der Bezug zur Lebensweise noch leicht nachvollziehbar ist, fragt man sich bei der Filzigen Kraftbiene unweigerlich, wie sie wohl zu ihrem ungewöhnlichen Namen gekommen ist.

Der Gang nach draußen in die Natur ist durch nichts zu ersetzen

 

Auf die Frage nach hilfreichen Bestimmungsbüchern oder Apps verwies Frank Creutzburg zwar auf einige Möglichkeiten, gab Einsteigerinnen und Einsteigern aber vor allem einen anderen Rat:

Der Gang nach draußen in die Natur ist durch nichts zu ersetzen.


Erst durch Beobachtungen im Gelände sowie durch das Sammeln und Katalogisieren von Exemplaren entwickle sich mit der Zeit ein echtes Verständnis für die Vielfalt der Arten. (Für das Sammeln ist allerdings eine Genehmigung der jeweiligen Naturschutzbehörde erforderlich.) Besonders wertvoll sei es, sich erfahrenen Entomologen anzuschließen und gemeinsam erste Schritte zu unternehmen.

 

Denn eines sei sicher: Es gibt noch unglaublich viel zu erforschen.

Was jeder für Insekten tun kann

 

Frank Creutzburg betreibt das Internetportal jeninsekt.de und setzt sich dort intensiv für den Schutz der Insekten ein. Sein Appell: Jeder Mensch kann etwas gegen das Insektensterben tun – auch im eigenen Umfeld.

Tipps für einen insektenfreundlichen Garten oder Balkon:

  •   Ganzjährig Pollen- und Nektarquellen anbieten, möglichst durch heimische Pflanzen.
  • Nicht geeignet sind z. B. Büschelschön – Phacelia tanacetifolia*, Sonnenblume –* Helianthus annuus*, Ägyptischer Klee –* Trifolium alexandrinum* oder Sommerflieder –* Buddleja davidii*
  • Nicht alles auf einmal mähen.
  • Nistmöglichkeiten in Boden oder Holz schaffen, Laub liegen lassen und abgestorbene Stängel stehen lassen. Einige bedrohte Wildbienenarten nisten ausschließlich in einzelnen senkrechten Stängeln von etwa 1 cm Durchmesser.
  • Überwinterungsmöglichkeiten anbieten.
  • Eine friedliche Koexistenz mit Insekten pflegen.
  • Auf Dünger und Biozide verzichten.
  • Nachts Licht abschalten – das spart gleichzeitig Energie, Geld und CO₂.
  • Bio-Produkte kaufen, denn: Alles hängt mit allem zusammen.

Weitere Informationen

Weitere Tipps für einen bienenfreundlichen Garten gibt es auf der NABU-Website:
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/20386.html

Vielen Dank für den interessanten Vortrag und den Einblick in die Hautflügler.


Eine Übersicht über die aktuellen Veranstaltungen des NABU Jena findet sich unter:
https://www.nabu-jena.de/


Fotos: Martin Schöne

Text: Martin Schöne & Anne Maiwald

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