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Vogel des Monats März 2026 - Mönchsgrasmücke

Mit der Wahl der Mönchsgrasmücke zum Vogel des Monats beginnt eine kleine Reihe über verschiedene Grasmückenarten. Diese oft unauffälligen, aber stimmlich sehr präsenten Vögel sind in unseren Gärten, Parks und Heckenlandschaften häufig anzutreffen. Wer lernt, auf ihren Gesang zu achten, wird sie deutlich öfter bemerken, als es der erste Eindruck vermuten lässt.

Einführung: Die Grasmücken

Foto: Holger Kirschner
Foto: Holger Kirschner

Die Mönchsgrasmücke repräsentiert als erste die kommenden Exkurse zu verschiedenen Grasmücken, die eine eigene Familie sind: Sylvia (Waldvöglein). Anfangs sei auf einige Irrtümer hingewiesen: Grasmücken haben weder etwas mit dem Insekt Mücke zu tun, noch hüpfen sie auf der Wiese umher. Sträucher bilden ihren bevorzugten Lebensraum. Der Name wird sich wie folgt herleiten lassen: „Grasmücke: Gra bedeutet im mhd. grau, und smücke bedeutet Schlüpfer, Ducker.“ (Wember, 2017, S. 172). Damit ist der meist anzutreffende Eindruck von Grasmücken gut beschrieben: ein kleiner grauer Vogel, der kaum sichtbar durchs Gebüsch huscht. Freilich gibt’s auch hier Ausnahmen – z. B. die Dorngrasmücke, die von einer exponierten Warte aus ihren Balz- und Reviergesang erschallen lässt.

Gesang und Rufe

Ist die Sichtung bisweilen eher schwierig, gelingt das Wahrnehmen über den Gesang umso leichter. Grasmücken singen und rufen gern, viel und meist laut, vor allem in der ersten Jahreshälfte. Jedoch sorgt die Mönchsgrasmücke, die Sylvia atricapilla (sylva – lat. Wald, atricapilla – lat. in etwa: Schwarzscheitel), immer wieder auch für Irritationen, da sie nicht nur kreativ ist, sondern ebenso andere Vogelstimmen exzellent imitieren kann. Der meist anzutreffende Gesang der Mönchsgrasmücke hat die Form einer etwa 3 Sek. dauernden Strophe, in der energetisch geflötete Töne (keine gepressten oder gekratzten Laute) lebhaft aneinandergereiht sind – nicht hastig überstürzend, sondern nur schnell. Die Tonhöhe entspricht etwa der einer C-Blockflöte in mittlerer Tonlage. Zwischen den Strophen dauern die Pausen mehrere Sekunden (6+), nicht wie beim Rotkehlchen, bei dem meist nach etwa 2 Sekunden Gesang mit gepressten Tönen nach einer kurzen Pause von etwa 4 Sekunden die nächste Strophe folgt. Hinzuweisen ist noch darauf, dass die Weibchen ebenfalls bisweilen singen, wobei dieser Gesang meist etwas leiser und länger ist (Verwechslungsgefahr mit Gartengrasmücke per Gesang möglich). Markant ist der Warnruf der Mönchsgrasmücke: ein stark knallendes Geräusch, das z. B. adäquat entsteht, wenn zwei faustgroße Flusskieselsteine aneinandergeschlagen werden. Die „Knallreihe“ hat etwa nur zwei, drei Schläge pro Sekunde, nicht schneller! Gelingt es, sich den Gesang und die Warnrufe einzuprägen, wird die Überraschung groß sein, wie oft diese Art anzutreffen ist. Der Bestand unterliegt zwar Schwankungen, ist aber relativ stabil. Dichtes Heckengestrüpp, z. B. Brombeere o. Ä., möge deshalb stets erhalten bleiben.

 https://www.youtube.com/watch?v=4lS-oYFBv4k

Namensgebung

Die deutsche Namensgebung der grau gefärbten Mönchsgrasmücke beruht auf der kappenartigen Kopfbefiederung – schwarz beim Männchen, dunkelrotbraun beim Weibchen –, die an monastische Arbeitsschutzbekleidung erinnert. Im Englischen wird die Mönchsgrasmücke Black Cap („Schwarzkappe“) genannt, im Französischen Fauvette à tête noire („Schwarzkopf-Grasmücke“), im Spanischen: curruca capirotada („schwarz bekappte Grasmücke“).

Rückkehr aus den Winterquartieren

Im Laufe des Monats März, eher gegen Ende, werden die Mönchsgrasmücken wieder aus ihren Überwinterungsgebieten im Mittelmeerraum zurückkommen. Die Brutreviere werden erst ab Mai im Monitoring häufiger Brutvogelarten erfasst. Ihr freudvoller Gesang wird sich dann zu den gegenwärtig bereits vorhandenen Gesängen von z. B. Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Zaunkönig gesellen.

Mit etwas Geduld und offenen Ohren wird der Gesang der Mönchsgrasmücke bald zu einem vertrauten Begleiter der Frühlingsspaziergänge. Im Netz gibts ganz paar beschauliche Aufnahmen, in denen schon mal nachgeschaut und -gehört werden kann.

Exkursionen

Wer Lust hat, Vogelstimmen und Arten auch gemeinsam in der Natur kennenzulernen, kann gerne an unseren ornithologischen Exkursionen und Vorträgen teilnehmen. Alle Termine sind im aktuellen Programm aufgeführt. 

Rückfragen gern via: [email protected]


Text: Holger Kirschner

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