Gegen Vogelschlag an Glasfassaden gehen der NABU Jena und der NABU Leipzig jetzt gemeinsam vor: Mit einem neuen Online-Meldeportal können Bürgerinnen und Bürger Vogelschläge einfach dokumentieren. Die gesammelten Daten helfen, gefährliche Glasflächen sichtbar zu machen und langfristig vogelsicher umzubauen.
Vogelschlag an Glasflächen ist eine der häufigsten, aber oft übersehenen Todesursachen für Vögel in Deutschland. Um dieses Problem sichtbar zu machen und gezielt dagegen vorzugehen, veröffentlichen der NABU Jena und der NABU Leipzig gemeinsam eine neue Plattform zur Meldung von Vogelschlag. Entwickelt wurde diese vom NABU Jena.
Bürgerinnen und Bürger können somit Vogelschläge einfach und niedrigschwellig melden. Neben dem Fundort lassen sich Fotos, Datum und weitere Informationen hochladen. Diese Daten bilden die Grundlage für eine systematische Erfassung, mit denen Gefahrenstellen erkannt und langfristig versucht werden soll, diese zu entschärfen. Die Plattformen sind über den folgenden Link erreichbar:
- NABU Jena: vogelschlag.nabu-jena.de
- NABU Leipzig: vogelschlag.wildvogelhilfe-leipzig.de
Warum Vogelschlag ein wachsendes Problem ist
Vögel können Glasflächen nicht als Hindernis erkennen. Entweder spiegeln sich Bäume, Himmel oder Grünflächen in den Scheiben und täuschen einen freien Lebensraum vor, oder die Vögel nehmen das durchsichtige Glas gar nicht wahr. Die Folgen sind oft Kollisionen mit hoher Geschwindigkeit, die zu Knochenbrüchen, inneren Verletzungen oder tödlichen Gehirnerschütterungen führen – selbst dann, wenn äußerlich keine Verletzungen sichtbar sind.
Besonders gefährlich sind große Glasfassaden oder Glasbereiche, die über Eck gehen. Aber auch kleinere Scheiben, etwa an Wintergärten oder Glasbalkone, können zur tödlichen Falle werden. Das Risiko steigt zusätzlich während der Zugzeiten im Frühjahr und Herbst, wenn viele Vögel unterwegs sind.
Der Handlungsbedarf wächst insbesondere durch die zunehmende Zahl von Neubauten mit großflächigen Glasfassaden. Auch in Jena wird diese Entwicklung bei den aktuellen Neubauten deutlich. Um Behörden zum Handeln zu verpflichten, muss an Gebäuden ein sogenanntes signifikant erhöhtes Tötungsrisiko nachgewiesen werden. Genau hier setzt die neue Plattform an: Sie liefert die nötigen Daten, um auf eine vogelsichere Umgestaltung hinzuwirken.
Meldungen aus der Bevölkerung sind entscheidend
„Nur wenn wir wissen, wo und wie häufig Vogelschläge auftreten, können wir gezielt gegensteuern“, betont Madleen Schätz vom NABU Jena.
Deshalb richtet sich die App ausdrücklich an die gesamte Bevölkerung. Jede Meldung mit Foto, Datum und Ort hilft, gefährliche Glasflächen zu identifizieren und langfristig zu entschärfen.
Freiwillige für wissenschaftliches Monitoring dringend gesucht
Neben der Nutzung der Plattform suchen die NABU-Gruppen weiterhin händeringend Freiwillige, die sich an einem wissenschaftlichen Monitoring beteiligen möchten. Ehrenamtliche kontrollieren bekannte Gefahrenstellen, dokumentieren Funde und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Vogelschutz. Interessierte Personen können sich ganz einfach via Mail melden: ehrenamt@nabu-jena.de
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Vogelschlag ist ein menschengemachtes Problem – und damit eines, das wir gemeinsam lösen können. Die neue Plattform macht Gefahren sichtbar, schafft eine Datengrundlage für den Naturschutz und gibt jeder und jedem die Möglichkeit, aktiv zu helfen. NABU Jena und NABU Leipzig rufen daher dazu auf, das Meldeportal konsequent zu nutzen und sich für den Schutz der Vogelwelt in unseren Städten einzusetzen.
Pressemitteilung
Der NABU Jena und der NABU Leipzig haben zu diesem Thema eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht. Diese kann hier eingesehen werden:









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