Vogel des Jahres 2018: Der Star

(Foto: NABU/Marc Scharping)

Der Star - Vogel des Jahres 2017

 

Es ist Vorfrühling. Vom Dachfirst, einem Lichtmast oder aus einem Baumwipfel ertönt schnalzender, mit Pfiffen durchsetzter Vogelgesang. Wir suchen nach dem Sänger und entdecken gegen den hellen Himmel einen schwarz wirkenden mittelgroßen Vogel. Aufrecht sitzenden trägt er unter Flügelschlagen sein vielgestaltiges Lied vor. Es ist ein Star. Er zählt zu den bekanntesten und weit verbreiteten Singvögeln in Mitteleuropa. Wir finden seinen Namen in einem der bekanntesten deutschen Frühlingslieder: „Alle Vögel sind schon da“. Bei der Wahl seines Nistplatzes ist er nicht wählerisch, denn er benötigt nur eine geräumige Höhle zur Nestanlage. Diese findet er in Baumhöhlen und Mauerspalten. Er brütet in Mischwäldern, Alleebäumen, in Obstgärten, Parkanlagen und bezieht bevorzugt die speziell für ihn angefertigten „Starenkästen“. Außerhalb der Brutzeit sammeln sich die Stare zu großen Schwärmen, die mit rasanten Flugmanövern beein-drucken. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage, wie sie untereinander kommunizieren, wenn die Vögel eines Schwarms bei einer Fluggeschwindigkeit von mindestens 70 h/km plötzliche Schwenkbewegungen ausführen, wobei kein Vogel mit dem anderen kollidiert. Besonders in den Abendstunden lassen sich Schwärme von bis zu einigen 1000 Staren beobachteten, die aus weitem Umkreis kommend, dem gemeinsamen Schlafplätz zustreben. Dafür wählen sie Schilfbestände an Teichen, z.B. am Hainspitzer See. Die Schlafplätze können sich aber auch auf Parkbäumen oder im Weidendickicht, wie vor Jahren am Burgauer Wehr, mitten im Stadtgebiet von Jena befinden. Doch warum wurde dieser einst häufige Vogel zum „Vogel des Jahres“ gekürt? Der Brutbestand der Stare ist seit Jahren stark rückläufig, da die zur Aufzucht der Jungen erforderliche Nahrung fehlt. Früher, wenn die Jungen der ersten Brut ihre hungrigen Schnäbel den Eltern entgegenstreckten, wurden die Wiesen zur Heuernte gemäht. Dann konnten die Altvögel dort Insekten, Engerlinge und Regenwürmer in großer Zahl aus dem feuchten Boden ziehen. Heute bieten die Felder und Viehweiden selbst in den Flussauen den Staren kaum mehr die benötigte Nahrung. Folgte einst dem ackernden Bauern immer ein nahrungssuchender Vogelschwarm, so sieht man dies Bild, wie man sich leicht bei jeder Fahrt durch das Land überzeugen kann, heute nicht mehr. Ein alarmierendes Zeichen der Naturzerstörung und des Verlustes der biologischen Vielfalt.

 

Dr. Dietrich von Knorre, Jena

 

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