Orchidee des Jahres 2022: Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens)

Braunrote Stendelwurz/Sitter

Fotos: Horst Blume (NABU Jena)

 

Hier können Sie den Flyer zur Orchidee des Jahres herunter laden:

Die Braunrote Stendelwurz
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Die Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens)

 

Die von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen (AHO) Deutschlands zur Orchidee des Jahres 2022 gewählte Braunrote Stendelwurz ist in Thüringen und vor allem im Jenaer Raum keine Seltenheit. Bei Wanderungen auf der Horizontale oder an den Hängen der Seitentäler der Saale kann man sie noch recht häufig und auch in größeren Beständen antreffen.

Mit ihrer Wahl soll vor allem auf die Gefährdung der von ihr besiedelten Lebensräume aufmerksam gemacht werden. Dies sind in der Jenaer Umgebung vor allem unterschiedliche Ausbildungen von Kalk-Magerrasen. Die Braunrote Stendelwurz siedelt in sonst fast vegetationsfreien Kalkschutthalden bis hin zu Gebüschen und Säumen oder lichten Kiefern-Hangwäldern, ihre Hauptverbreitung besitzt sie aber in den Trespen-Halbtrockenrasen. In der 2021 erschienenen Roten Liste der Biotoptypen Thüringens sind „Halbtrockenrasen auf karbonatischem Untergrund“ als „stark gefährdet“ eingestuft, in der Roten Liste der Pflanzengesellschaften die entsprechenden Formationen der Trespen-Halbtrockenrasen mit „gefährdet“, die der Enzian-Schillergrasrasen mit „stark gefährdet“ bewertet worden.

Die Braunrote Stendelwurz treibt ab Mai einen oft charakteristisch rot-purpurn überlaufenen Trieb aus dem Boden. An dem besonders im oberen Teil behaarten Stängel stehen nach oben hin kleiner werdende, steife und zweireihig abstehende Blätter. Der zunächst überhängende Blütenstand streckt sich zu Beginn der Blütezeit, und im Juni öffnen sich die purpurfarbenen Blüten. Diese sind wie bei den anderen Epipactis-Arten gebaut: Die Lippe ist in zwei Teile (Epichil und Hypochil) gegliedert, um die sternförmig die anderen fünf Blütenblätter angeordnet sind. Der Vorderteil der Lippe (Epichil) ist mit gekräuselten Höckern besetzt. In einer Vertiefung im hinteren Teil der Lippe wird Nektar angeboten, was die Art für viele Insekten attraktiv macht. Als Bestäuber treten oft Bienenarten auf.

Die Art ist im Muschelkalk der Jenaer Umgebung weit verbreitet und häufig, auch Individuen reiche Bestände gibt es. Deutlich seltener ist sie im Buntsandsteingebiet oder in den vom Ackerbau geprägten Landschaften, wo sie vor allem an mit basischem Schotter gebauten Waldwegen zu finden ist. In den großen Naturschutzgebieten des Mittleren Saaletals ist diese Art gut vertreten.

Da es aber in manchen Landesteilen Thüringens deutliche Rückgangstendenzen gibt und weil – wie oben erläutert – ihre Lebensräume einer Gefährdung unterliegen, wurde die Braunrote Stendelwurz in die „Vorwarnliste“ der Roten Liste Thüringens aufgenommen.

 

Peter Rode, AHO Thüringen, Regionalsektion Jena-SHK

 

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