Aktuelle Projekte (in Auswahl)

1. Projekt „Isserstedter Forst“

 

Ziel: Instandhaltung und Bruterfassung von insgesamt 60 Nistkästen im Märzenbecherwald / Isserstedter Forst

 

Historie: 2020 wurden 60 Nistkästen im Isserstedter Forst (Märzenbecherwald) durch Herrn Bäsig (Jg. 1932) an die Fachgruppe übergeben. Herr Bäsig hatte diese seit 1996 errichtet und gleichzeitig Aufzeichnungen zur Brutbesetzung gefertigt. Altersbedingt suchte Herr Bäsig bei der Pflege der Nistkästen nach Unterstützung und wandte sich an die Fachgruppe Ornithologie.

 

Projekthergang:

 

202/01: Anbringung weiterer Nistkästen mit neuer Montage-Technologie (siehe auch Logbuch der FG).

 

2021/11: Reinigung der Kästen im Westteil des Gebietes; Positionen für Ersatzkästen festgelegt; Bestimmung der Belegung anhand Nestausführungen und unbebrüteter Eier; überwiegend Kohlmeisen (ca. 80%)

 

2021/02-21: Reinigung, Reparatur und vollständige Kartierung aller Kästen;

Ersatzbauten an Andreas Liebezeit in Auftrag gegeben wurden

 

2020/11: kartiert, gereinigt, ggf. mit Waschbär-Eingriffsschutz versehen und für weitere Instandhaltung bzw. Ersatzkästen begutachtet

02/21: Reparatur beschädigter Dächer sowie Austausch bzw. Neuinstallation von Nistkästen

 

2. Projekt „Schwalbennisthilfen für AMS AG in Jena“

 

Ziel: Unterstützung der Schwalbenbrut an geeigneten Stellen des Gebäudes, dadurch Rückgang von Kotierung an ungeeigneten Gebäudeseiten. 

 

Projekthergang: 2020 wurde dem Artenschutz der UNB Jena mitgeteilt, dass es im Frontbereich des Gebäudes zu erheblichen Verschmutzungen durch dort brütende Mehlschwalben kommt. Da  die Firma selber es lebhaft begrüßt, Schwalben weiterhin bei sich brüten zu sehen, jedoch andere Stellen wegen der Kotierung als geeigneter erachtet, wurde von der Fachgruppe der Vorschlag unterbreitet, an jenen unkritischen Stellen Nisthilfen anzubringen. Mit der UNI Weimar und der FA Blink aus Jena wurden Nisthilfen entwickelt und hergestellt. Die Versuche aus 2021 waren bedauerlicherweise nicht erfolgreich hinsichtlich der Annahme der Nisthilfen. Mit einer Neuauflage in Material und Form soll nun 2022 ein zweiter Anlauf gestartet werden. 

 

 

3. Projekt „Konzeptionsunterstützung im Arten- und Naturschutz bei Neubau von Gebäuden der Carl Zeiss AG in Jena"

 

Auftakttreffen zwischen Carl Zeiss AG und NABU KV Jena

 

Zeit, Ort: 27.1.22, 17.00 im BürgerInfoPunkt Otto-Schottstr. 2, 07745 Jena

 

Vertreter Carl-Zeiss AG: i.V. Projektmanagement Knierim Frau Sandra Meier

 

Vertreter NABU KV Jena: Anna-Josefine Sonntag, Stefan Schießl

 

Das Treffen diente dem ersten Kennenlernen und war von einer gegenseitigen Neugier und Zielstrebigkeit geprägt. In erster Linie wurden uns durch Frau Meier die geplanten Artenschutzmaßnahmen und die Anstrengungen des Unternehmens zum Naturschutz auf dem Gelände dargestellt. Hierzu werden uns weitere Informationen in schriftlicher Form zugesandt.

 

Die Carl-Zeiss AG hat schon im Vorfeld einige Artenschutzmaßnahmen betrieben: z.B. seit 2019 alternative Nistplatzangebote am Verwaltungsgebäude Otto-Schott-Str. 2 (Mauersegler, Höhlenbrüter und Turmfalke). Zu diesen Nisthilfen wird ein Monitoring betrieben, deren Ergebnisse wir ebenso erhalten können. Eine erfolgreiche Turmfalkenbrut soll stattgefunden haben. Der Kontakt zum beauftragten Unternehmen wird hergestellt und die Gutachten zu naturschutzrechtlichen Belangen und durchgeführten Maßnahmen werden uns zugestellt. Die Carl-Zeiss AG fragt in diesem Zusammenhang an, ob im Rahmen einer Zusammenarbeit oder Kooperation eine Betreuung der zukünftigen Nisthilfen durch den NABU bewerkstelligt werden könnte, um die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen zu unterstreichen. 

 

Frau Meier eröffnete uns die Möglichkeit mit dem beauftragten Planungsbüro für Natur- und Artenschutz schon während der Bauphase zusammenarbeiten zu können, um effiziente Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Allerdings müsse hier der Kostenrahmen und die technisch-planerische Durchführbarkeit berücksichtigt werden. Das war insbesondere bei den Fragen zur Dach- und Fassadenbegrünung spürbar, die zwar durch Zeiss angestrebt wurde, jedoch technisch-konstruktiv nicht gelingen wird. 

 

Des Weiteren sprachen wir über Vogelschlag an den großen Fensterfronten. Hierzu wurde ausgeführt, dass Spezialglas verbaut werde und an sensiblen Punkten evtl. die Möglichkeit besteht mit Folien nachzurüsten. 

 

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wäre die Fa. Carl-Zeiss AG sehr erfreut, wenn wir als NABU Jena bei unseren Tätigkeiten und der zukünftigen Zusammenarbeit – sofern wir es mit unseren Zielen vereinbaren können – die Presse mit einbeziehen. 

 

 

4. Projekt „NOCMIG"

 

Das Projekt wird derzeit von Ornithologen der Fachgruppe in der Praxis umgesetzt. 

 

Im NocMig (nocturnal migration; or Night Flight Call / NFC as it's known in North America) werden Rufe des nächtlichen Vogelzuges aufgenommen. Dieses Verfahren eröffnet neue Dimensionen der Erschließung avifaunistischen Wissens und ist von daher geeignet einen Paradigmenwechsel in der Beurteilungsschärfe und Relevanz komplexer ökologischer Prozesse voranzutreiben. 

Neben rein ornithologischen Aspekten wie Zugvogelarten, Artenkombinationen in Zuggruppen, Zugzeiten, Zuggeschwindigkeiten, Rufaktivitäten, Rufspezifika etc. können weiterführend ebenso Aussagen zu relevanten ökologischen Sachverhalten erschlossen werden: präzise Bestimmung von Zugkorridoren, Zughinderung z.B. durch Wetter oder Klima, oder durch ökologische Entwertungen wie „Melioration“, industrielle Bebauung, Einsatz von Pestiziden in der Agrarindustrie, Auswirkungen von Windparks etc. Gegenwärtige Werkzeuge der Avifaunistik (z.B. Kartierungen, Monitoring, Beringung) sind angewiesen auf umfangreiche personelle Ressourcen, denen einerseits ein sehr hohes fachliches und methodisches Wissen abverlangt wird, andererseits z.T. erhebliche Zeitinvestitionen für Datengenerierung und Datenauswertung zugemutet werden. Dank dem unermüdlichen Einsatz zahlreicher wissenschaftlich, aber auch ehrenamtlich wirkender Ornithologinnen und Ornithologen, der Struktur avifaunistischer Verbände und Vereine, staatlicher Institutionen sowie internetbasierter Portale wie ornitho.de, ebird etc. ist bereits heute ein beachtlicher Datenbestand vorhanden. Durch das NocMig kann jedoch zukünftig die Genese dieses Datenbestands auf ein vollkommen neues Niveau gehoben werden. Mit leistungsfähigen Aufzeichnungsmedien (portabel, robust, bedienerfreundlich, sensitiv) und intelligenten Softwareapplikationen, insbesondere dem Einsatz von KI kann der Umfang von Datengenerierung und -auswertung in unvergleichlichem Maße forciert werden. Ein weiterer, nicht unerheblicher Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass herkömmliche Nachweispraktiken wie die Beringung - im besten Fall lediglich mit erheblichem Stress für die Individuen verbunden, dessen Ausmaß kaum oder gar nicht abschätzbar ist(!) - teilweise substituiert werden kann.

Gemäß dem seismographischen Charakter, der avifaunistischen Systemen genuin eignet, können somit komplexe ökologische Fragestellungen eine um Welten bessere Beantwortung finden, so dass die ökologische Kompetenz in Politik und Wirtschaft um Größenordnungen erweitert wird. Angesichts der fundamentalen globalen Herausforderungen hinsichtlich ökologischer Zusammenhänge kann folglich die Wertigkeit dieses Projektes kaum hoch genug eingeschätzt werden.

 

Holger Kirschner, 17.04.2021

 

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geschützte Arten. Unsere tierischen Mitbewohner sind Fledermäuse unterm Dach, in den Nistkästen an der Außenwand ziehen Vögel ihre Jungen groß und auf der Schmetterlingswiese können die schönsten Falter beobachtet werden. Mehr zu unserer Gruppenunterkunft erfährst du auf www.naturerlebnishaus-leutratal.de.