NABU: Kröten nicht töten

 

Naturschützer in Thüringen bereiten sich auf die Amphibienwanderung vor und bitten um Rücksichtnahme bei Amphibienwechseln

 

Jena – Aus Sicht des NABU Thüringen dürfte die Amphibienwanderung in den nächsten Tagen deutlich Fahrt aufnehmen. „Gerade ändert sich das Wetter. Bei unter 6°C in der Nacht und feuchter Witterung gehen die Amphibien auf Wanderschaft in ihre Laichgewässer“, berichtet Ulrich Scheidt vom NABU-Landesfachausschuss Amphibien und Reptilien und Vorsitzender des Amphibien- und Reptilienschutz in Thüringen (ART) e. V.. Deshalb bittet der NABU Rücksicht auf wandernde Kröten, Frösche und Molche im Straßenverkehr zu nehmen. Überall, wo Amphibien unterwegs sind, sollte man langsam und vorsichtig fahren, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden.

 

Zirka vor zwei Wochen hatten die Amphibien in den milderen Lagen in Thüringen einen ersten Anlauf genommen und sind in Richtung Laichgewässer gezogen. Durch die klaren Nächte kamen die Wanderungen trotz hoher Tagestemperaturen jedoch zwischenzeitlich weitgehend zum Erliegen. Jetzt wandern die Amphibien wieder und für viele ehrenamtliche Naturschützer beginnt ebenfalls die Wandersaison. Auch NABU-Gruppen betreuen mobile Krötenzäune, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten. „Zäune werden aufgebaut und mit dem Eimer in der Hand täglich Amphibien eingesammelt und über die Straße getragen“, erzählt der Amphibienexperte. „Auch hier ist Vorsicht geboten und Autofahrer sollten rücksichtsvoll vorbeifahren.“

 

Als erste im Jahr brechen die Springfrösche auf, welche in Thüringen nur im Altenburger Land vorkommen. Danach begeben sich die Grasfrösche auf ihren Marsch zu den Laichgewässern. Vereinzelt sind auch schon Molche, insbesondere Bergmolche unterwegs. Danach folgt die große Schar der Erdkröten.

 

Hier finden Sie Hinweise zur Bestimmung der Amphibien:

https://www.thueringen.de/mam/th8/tlug/content/abt_1/download/amphibien_am_schutzzaun_r.pdf

Hinweise zum Aufbau und der Betreuung von temporären Amphibienschutzzäunen könne Sie dem ebenfalls beigefügten Beitrag aus unserer Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ entnehmen.

Erstes Thüringer Pinselohr sucht einen Namen

 

Das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald und der NABU rufen zur Namenssuche für den ersten Thüringer Luchs auf!

 

Der jüngste Fotonachweis eines Luches vom 30.03.2019 im Thüringer Wald bei Ilmenau wurde jetzt vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) als C1-Nachweis bestätigt. C1 bedeutet, dass es sich bei dem abgelichteten Tier eindeutig um einen Luchs handelt und das Foto auch tatsächlich am angegebenen Standort bei Ilmenau gemacht wurde. Im 19. Jahrhundert galt der Luchs hierzulande als ausgerottet. Seitdem gibt es zwar für Thüringen immer wieder Meldungen zu einzelnen umherstreifenden Luchsen, länger aufgehalten hat sich aber bis jetzt noch keiner dieser Tiere im Freistaat. Seit 2018 schleicht nun ein Pinselohr regelmäßig durch den Thüringer Wald und auch bei Ilmenau vorbei. Über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten wurden aus der Nähe von Ilmenau wiederholt eindeutige Bildbelege zu einem einzelnen Luchs beim NABU oder dem TLUBN gemeldet. „Wir können zwar nicht genau sagen, ob es sich jeweils immer um dasselbe Individuum handelt, die Wahrscheinlichkeit ist aber ziemlich groß“, sagt Silvester Tamás, der Projektleiter des Luchsprojektes beim NABU Thüringen. „Denn so viele Luchse gibt es in Thüringen noch nicht. Über standorttreue Pinselohren ist uns bislang auch nichts bekannt. Das hätte sich mit dem jüngsten Luchsnachweis geändert. Denn sollte es sich hierbei stets um dasselbe Individuum handeln, dann wäre es der erste Luchs, der in jüngster Zeit in Thüringen heimisch geworden ist“, so Silvester Tamás. Bei dem abgelichteten Luchs handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen ausgewachsenen Luchskuder aus dem Harz oder dem hessischen Raum, der nunmehr hoffentlich dauerhaft im Thüringer Wald angekommen ist.

 

Dr. Tiemo Kahl vom Biosphärenreservat Thüringer Wald sieht die Anwesenheit des Luchses im Biosphärenreservat positiv. „In einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung ist die Rückkehr einer großen Raubkatze wie dem Luchs sowohl eine Bereicherung der Artenvielfalt als auch eine Herausforderung im Zusammenleben mit dem Menschen.“

 

Bis zum 17. Mai 2019 kann man auf der Internetseite des NABU seinen Favoriten auswählen. Vorgeschlagen sind: Luke, Herbert, Trinius, Lutz, Moki, Norbert, Renni, Lucky, Thüri, Aslan, Luka, Walter, Paul und Waldemar.

 

Mitmachen unter: https://thueringen.nabu.de/news/2019/26245.html

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