Gehwege umweltfreundlich sichern

NABU Thüringen empfiehlt der Umwelt zuliebe auf Streusalz zu verzichten und gibt Tipps zu umweltschonenden Streumitteln

 

Bei Schneefall und Frost greifen viele zu Streusalzen. Doch neben Pflanzen und Tieren werden auch unsere Gewässer geschädigt. Daher appelliert der NABU Thüringen auf Streusalz zu verzichten.

 

Jena - Der Winter hat Thüringen im Griff. Die Gehwege sind vielerorts mit Schnee oder Eis bedeckt und müssen vor Glätte gesichert werden. Für Grundstücksbesitzer bedeutet dies ein erhöhtes Haftungsrisiko, denn sie sind für Sicherheit auf ihren Bürgersteigen verantwortlich. Der schnelle Griff zu Streusalz birgt aber erhebliche Gefahren für Tiere, Pflanzen und Umwelt. Streusalz schädigt Bäume, trägt zur Versalzung von Gewässern bei und greift die Pfoten von Wild- und Haustieren an. Deshalb ruft der NABU Thüringen dazu auf, beim Winterdienst vor der Haustür auf Streusalz ganz zu verzichten und stattdessen umweltschonende Streumittel zu verwenden.

 

„Die Gefahren des Streusalzeinsatzes sind hinreichend bekannt. Mit dem Schmelzwasser gelangt das Salz in den Boden und schädigt dort die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern. Der Nährstoffhaushalt der Pflanzen wird hierdurch gestört und sie werden anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Die Quittung bekommen wir oft schon im nächsten Frühjahr“, erklärt Rainer Hanke, ein Vorstandsmitglied des NABU Thüringen. „Über die Kanalisation gelangt die Salzbrühe auch in unsere Bäche und Flüsse und richtet dort Schaden an. Süßwasserfische und viele Kleintiere werden durch diese Salzeinträge geschwächt. Neben den ökologischen Folgen verursacht Streusalz zudem ökonomische Schäden wie die Korrosion an Brücken und Kraftfahrzeugen.“

 

Für den NABU ist es unverständlich, dass immer noch große Mengen an Streusalz ausgebracht werden. Mit Sand, Kies, Split und Granulat gebe es mittlerweile gute umweltfreundlichere Alternativen. Der Umweltverband empfiehlt Privathaushalten, auf Streusalz ganz zu verzichten und nur noch alternative Streumittel mit abstumpfender Wirkung zu nutzen. Besonders empfehlenswert seien die vom Umweltbundesamt getesteten und mit dem „Blauen Engel – weil salzfrei“ ausgezeichneten Produkte. Wenn man das Streugut später zusammenkehre und wiederverwende, könne man sogar Geld sparen.

 

„Wild- und Haustiere leiden zudem unter dem Einsatz von Streusalz. Oft kommt es vor, dass sich die Pfoten der Tiere schmerzhaft entzünden“, sagt Rainer Hanke. Nur bei Eisregen sieht der NABU auf Treppen und Rampen wenig Alternativen zum Salz. Es sollte dann allerdings möglichst sparsam eingesetzt werden. Eine Mischung aus einer Handvoll Sand und einem Esslöffel Salz zeigt in solchen Extremlagen eine gute Wirkung. Sinken die Temperaturen unter 10 Grad minus, hilft ohnehin kein Streusalz mehr.

 

 

 

 

NABU-Projekt "Wilde Inseln" zum Mitmachen

Mit dem Vorhaben wollen wir Menschen dazu anregen, ein kleines Fleckchen Erde sich selbst zu überlassen. Das kann eine wilde Ecke im eigenen Garten sein, ein Totholzhaufen hinter der Firma oder Schule, auch Brachflächen von Gemeinden kommen in Frage. Das Projekt möchte nicht nur Privatpersonen ansprechen, es richtet sich auch an Unternehmen, Behörden und Kommunen. Grundsatz der „Wilden Inseln“ ist, dass sie weitestgehend unberührt bleiben. Durch unser Projekt sollen Lebensräume für Arten entstehen, in der Stadt und auf dem Land sind „Wilde Inseln“ dringend erforderlich um die Biologische Vielfalt zu fördern.

Die „Wilden Inseln“ im Freistaat sollen auf zwei Wegen präsentiert werden: Einerseits über eine interaktiven Thüringen-Karte im Netz mit kurzem Text und Bild. Zum anderen können sich alle beteiligten Naturfreundinnen und Naturfreunde um ein Schild bewerben, ähnlich der Schwalben-Plakette. Das Schild wird etwa 20 cm mal 30 cm groß sein und soll vor jeder „Wilden Insel“ platziert werden. Passanten wird hierdurch klar, warum es vor Ort so unaufgeräumt aussieht.

Friedhelm Petzke betreut das von der Deutschen Postcodelotterie geförderte Projekt und wird die Auszeichnungen vornehme. Außer natürlich NABU-Gruppe vor Ort möchte dies selbst übernehmen. So ist die Auszeichnung eine gute Möglichkeit, um mit Naturfreundinnen und –Freunden ins Gespräch zu kommen und diese für Aktivitäten im NABU zu begeistern.

Die Internetkarte und die dafür notwendige Datenbank befinden sich noch in der Entwicklung, das Meldeformular ist online jedoch bereits verfügbar:

 

https://thueringen.nabu.de/natur-und-landschaft/aktionen-und-projekte/wildeinseln/index.html

 

Sobald die Karte funktioniert, wollen wir das Projekt über die Presse bewerben. Des Weiteren wird gerade ein Flyer entworfen.

Bei Fragen oder Anregungen zu den Wilden Inseln, steht Friedhelm Petzke gern unter der 03641 605 704 oder per Mail friedhelm.petzke@nabu-thueringen.de zur Verfügung.

 

 

Wilde Inseln sind der beste Igelschutz

NABU Thüringen gibt Tipps zum Umgang mit Igeln im Herbst

Wilde Inseln in Form von Laub- und Totholzhaufen bieten ein gutes Winterquartier für Igel. Solche Haufen sind schnell und einfach im Garten angelegt und können mit einer Plakette vom NABU Thüringen ausgezeichnet werden. Die Naturschützer raten zudem auf den Einsatz von Laubsaugern und Mährobotern zu verzichten. Dieser schadet Kleinstlebewesen und unter anderem auch Igeln.

(ausführliche Informationen sind unter "Aktuellen Informationen" zu finden)

 

Es wird herbstlich in Thüringen und viele machen sich nun Gedanken, wie ihre tierischen Nachbarn die kalte Zeit am besten überstehen. „Für Wildtiere wie den Igel beginnt jetzt der Endspurt auf der Suche nach Nahrung und einem passenden Winterquartier. Schon eine Wilde Insel, wie zum Beispiel ein Totholz- oder Laubhaufen, lässt einen Garten igelfreundlicher werden“, rät Friedhelm Petzke, der für den NABU Thüringen das Projekt „Wilde Inseln“ koordiniert.

 

Auf der Suche nach Leckerbissen

Die dämmerungs- und nachtaktiven Stacheltiere fühlen sich in naturnah gestalteten Gärten wohl, wo sie unter Hecken, Büschen und Bäumen nach Nahrung suchen und sich verstecken können. Manchmal hört man sie in der Nacht sogar dort laut Schmatzen. „Auf ihrem Speiseplan stehen Käfer, Spinnen, Regenwürmer, Schnecken, Tausendfüßer und andere Kleintiere. Laub-, Reisig- und Totholzhaufen sind der ideale Platz als Unterschlupf“, weiß der Biologe Friedhelm Petzke zu berichten. „Solche Haufen wirken meist unordentlich und mancher Nachbarin oder Nachbarn sind sie ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund zeichnet der NABU Thüringen die Mutigen, die diese Haufen liegen lassen, mit einer Plakette für Wilde Inseln aus“. Auch eine Trockensteinmauer mit Höhlungen im hinteren Teil und ausreichend großen Zugängen kann als Quartier dienen. Gekaufte Igelkuppeln oder selbst gebaute Igelhäuschen sind ebenso willkommen. Einmal da - bleiben Igel meist ein Leben lang ihrem Lebensraum treu.

 

In Ruhe schlafen

„Ab Oktober oder November wird es nachts am Boden dauerhaft frostig. Igel suchen bei dieser Kälte ihre Winterquartiere auf. Erst gehen die Männchen, dann die Weibchen und zuletzt die Jungigel in den Winterschlaf. Letztere sind am längsten auf Nahrungssuche unterwegs, um an Gewicht zuzulegen“, erklärt Friedhelm Petzke. „Wichtig sind jetzt störungsfreie Rückzugsräume. Wer seinen Garten winterfest macht und ein paar Wilde Inseln stehen lässt, kann dem Igel etwas Gutes tun.“ Ein gutes Schlafzimmer für Igel ist schnell gestaltet. Laub sowie Grün-, Baum und Heckenschnitt in einer Gartenecke, unter Hecken und Bäumen, als Wilde Insel liegen lassen oder aufhäufeln. Eine Umrandung aus Feldsteinen hält das Material zusammen. Petzke führt aus: „Ihre Nester bauen Igel auch gerne in Komposthaufen. Tote Pflanzenreste nützen ebenso den Regenwürmern, die das Laub zersetzen und dem Igel wiederum als Nahrung dienen. Die Tiere sollten in der kalten Jahreszeit am besten gar nicht gestört werden. Beim Umsetzen des Komposthaufens im Frühjahr muss man ebenfalls vorsichtig sein und auf versteckte Tiere achten und diese in Ruhe lassen.“

 

Übertriebene Ordnung schadet

Um Igel vor Verletzungen und Vergiftungen zu schützen, sind Gifte und Mähroboter sowie Laubsauger im Garten tabu. „Mit dem Laub werden darin lebende Würmer, Spinnen oder Asseln eingesaugt, gehäckselt und getötet. Dies beeinträchtigt die Bodenbiologie beträchtlich. Kleinsäuger, wie Igel finden deshalb weniger Nahrung und kleine Igel können sogar von Mährobotern verletzt oder getötet werden. Besser ist es auf Mähroboter zu verzichten. Laub sollte mit einem Besen und Rechen zudem nur auf unbelebten Wegen, Bürgersteigen, Parkplätzen und Lagerflächen zusammengefegt werden.

Anschließend das Laub auf einen Haufen geben, damit es dort verrotten kann und Kleinstlebewesen sich weiterhin darin verstecken können“, rät der Biologe. Das Laub kann auch als Frostschutz für die Blumenbeete genutzt werden.

Igel drehen auf ihrer nächtlichen Nahrungssuche häufig große Runden – damit sie keine kräftezehrenden Umwege machen müssen, ist es sinnvoll unter Zäunen ein Durchschlupf für die stachligen Gartenbesucher zu belassen. Petzke warnt vor steilen Teichufern, Lichtschächten und Treppenaufgängen. Diese können für Igel, Kröten, Salamander und andere Tiere zur tödlichen Falle werden und sollten immer mit einer Ausstiegshilfe gesichert sein.

 

Mehr Tipps für igelfreundliche Gärten unter www.NABU-Thueringen.de

 

 

Leitfaden zur insektenfreundlichen Bewirtschaftung des Stadtgrüns

Die Stadtverwaltung Jena hat einen Leitfaden erarbeitet, mit dem unseren immer wieder geäußerten Anliegen zum besseren Schutz von Insekten Rechnung getragen wird. Wir hoffen, dass sich auch Wohnungsgenossenschaften und Privatleute die vorgeschlagenen Maßnahmen verstärkt zu eigen machen und entsprechend agieren.

 

Leitfaden zur insektenfreidlichen Bewirtschaftung des Stadtgrüns
Leitfaden_zur_insektenfreundlichen_Bewir
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Broschüre Artenschutz

Der NABU-Bundesvorstand hat eine Broschüre zum Artenschutz veröffentlicht. Darin wird eine Übersicht zu den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes sowie zu verschiedenen rechtlichen Begriffen gegeben und weiterführende Literatur empfohlen.

 

Broschüre Artenschutzrecht
NABU_Broschuere_Artenschutzrecht.pdf
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